Wenn dir das hier gefiel …
Das vergessene Inselhaus
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur eine kaputte blaue Tür, um das eigene Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Izzy Brooms „Das vergessene Inselhaus“ nimmt dich mit auf eine kleine Flucht – mitten hinein in die malerische Idylle einer griechischen Insel, die mehr verbirgt, als auf den ersten Blick scheint.
Skye, unsere sympathische Heldin mit dem Wunsch nach Neustart, stolpert quasi in ihr neues Leben: Ein Inselhaus für einen Euro? Klingt zu schön, um wahr zu sein – und das ist es auch, denn hier lebt nicht nur der Charme sommerlicher Taubheit, sondern auch ein verlorenes Liebespaar aus der Kriegszeit in vergilbten Briefen weiter. Während Skye mit Hammer und Pinsel gegen Wind und Zeit anrennt, erwarten uns nicht nur Renovier-Dialoge, die mit einem Augenzwinkern verzückt, sondern auch ein Hauch von Spannung, wenn die Vergangenheit der Vorbesitzer Stück für Stück ans Licht kommt. Andreas, der bodenständige Bauunternehmer, bringt nicht nur fachmännisches Know-how mit, sondern auch einen sympathischen Ruhepol in die Geschichte, der perfekt zu Skyes leicht chaotischem Elan passt.
Was mir besonders gefallen hat, ist Brooms unverkrampfter Erzählstil: locker, flüssig und charmant, ohne kitschig zu werden. Das Buch liest sich fast wie ein Gespräch mit einer guten Freundin, die dir von ihrem kleinen Abenteuer erzählt – inklusive der kleinen Rückschläge und der großen Hoffnungen. Wenn ich ganz ehrlich bin: Manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang bei den Figuren gewünscht, denn gerade Skyes innere Konflikte bleiben etwas flach, obwohl sie eine wichtige Rolle spielen. Ebenso klingen manche Nebenhandlungen ein bisschen konstruiert, was aber den Lesefluss kaum beeinflusst.
Für alle, die gerne eine Mischung aus Urlaubsgefühl, leiser Spannung und einer Prise Romantik mögen, ist „Das vergessene Inselhaus“ genau das Richtige. Leicht, unterhaltsam und mit einem Hauch Geschichte, der neugierig macht, aber nie beschwert. Perfekt für laue Sommerabende oder einen kleinen gedanklichen Ausflug ans Meer.
4 von 5 Sternen – weil es ein Wohlfühlbuch mit Ecken und Kanten ist, das Lust auf mehr macht.
Klappentext
Skye fällt aus allen Wolken, als sie den Zuschlag für ein Ein-Euro-Häusschen auf der griechischen Insel Folegandros erhält. Einzige Bedingung: Sie muss es wieder herrichten. Könnte das die Alternative zu ihrem anstrengenden Leben sein, von der sie träumt? Wenige Wochen später schließt sie die zerschlissene blaue Tür ihres weiß getünchten neuen Zuhauses auf. Dass Meer in der Bucht vor ihren Fenstern glitzert, und sie fühlt sich endlich frei. Voller Elan startet Sky die Renovierung, zum Glück hilft ihr der ansässige Bauunternehmer Andreas. Unter den Dielen stoßen die beiden auf alte Briefe aus der Kriegszeit – und auf das dramatische Schicksal der vorigen Besitzer. Ein junges Liebespaar im Widerstand, das spurlos verschwand. Skye ist entschlossen, die Wahrheit herauszufinden. Doch auch ihre eigene Vergangenheit droht sie einzuholen.