Tod im Strandhaus - Mord auf Friesisch, Folge 19 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hatte ich „Tod im Strandhaus“ aufgeschlagen, war ich sofort mittendrin – in dieser rauen, windumtosten Welt an der friesischen Küste, die Lena Karmann so herrlich lebendig zeichnet. Sarah und James sind gerade dabei, ihr neuestes Projekt, ein Ferienhaus, mit Gästen zu füllen, als der Alltag auf mörderische Weise aus den Fugen gerät: Ein Toter im Schlafzimmer sorgt für gehörigen Wirbel und Spannung von der ersten Seite an. Wer steckt hinter der erschütternden Botschaft im Mund des Opfers? Und warum wurde der scheinbar zufällig abgelegte Leichnam erst hier gefunden? Kommissar Scharrmann startet seine Ermittlungen, doch das wahre Kopfzerbrechen gibt es für Sarah und James, die sich schnell inmitten eines gefährlichen Spiels wiederfinden.
Mir gefallen besonders das eingängige norddeutsche Setting und die sympathischen Figuren. Sarah, mit ihrem trockenen Humor und einem guten Gespür für das, was sonst keiner sieht, zieht einen schnell in ihren Bann. James als charmant-routinierter Gegenpol bringt dazu eine schöne Dynamik ins Spiel. Der Schreibstil von Karmann geht locker von der Hand, ohne dabei seicht zu werden – die perfekte Mischung aus Lokalkolorit, kniffligem Fall und gelegentlichem Schmunzeln, die einen einfach weiterscrollen lässt. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin es schafft, Spannung mit einer Prise Humor zu verweben, ohne dass das eine das andere überdeckt.
Klar, das Tempo könnte hier und da ein kleines bisschen flotter sein, und manche Wendungen kommen etwas vorhersehbar daher. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen großen Abbruch, vor allem wenn man wie ich Lust auf einen unkomplizierten, aber intelligenten Küstenkrimi mit Herz hat.
Wer also Lust hat auf einen Krimi, der nicht nur mit dunklen Geheimnissen, sondern auch mit norddeutscher Gelassenheit punktet, ist hier genau richtig. Für Leser:innen, die mal entspannt miträtseln und nebenbei ein bisschen Meerluft schnuppern möchten, ist „Tod im Strandhaus“ definitiv ein Volltreffer.
4 von 5 Sternen – solide, unterhaltsam und mit einem sympathischen Scharrmann im Gepäck. Ein Hörgenuss, den man sich gerne am Watt gönnt.