Engelstöter - Ein Theo Weiland-Thriller, Band 2 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hatte ich „Engelstöter“ aufgeschlagen, war ich mittendrin in einem düsteren Thriller, der einen gnadenlos an die Seiten fesselt. Caroline Seibt hat mit ihrem zweiten Fall für den suspendierten Ermittler Theo Weiland genau die richtige Mischung aus Spannung, Emotion und Geheimnissen geschaffen, die das Herz von Krimi-Fans höherschlagen lässt.
Im Zentrum steht Mara Dahl, deren Tochter Franziska vor fünf Jahren spurlos verschwand – ein Fall, der nie vollständig aufgeklärt wurde. Als plötzlich ein mysteriöses Paket auftaucht, ändert sich alles, und Mara wendet sich in ihrer Verzweiflung an Theo. Was folgt, ist eine atemlose Jagd nach der Wahrheit, bei der sich Vergangenheit und Gegenwart mit brutaler Wucht vermischen. Dabei ist Theo nicht einfach der klassische Ermittler, sondern ein komplexer Charakter mit Ecken, Kanten und einer guten Portion Bodenständigkeit, die ihn sympathisch und glaubwürdig macht.
Der Schreibstil von Seibt ist angenehm klar und schnörkellos, was der Story Tempo und Drive verleiht. Die Spannung baut sich stetig auf, ohne sich in langen Beschreibungen zu verlieren, und die Atmosphäre bleibt durchgehend beklemmend und dicht – genau das, was man von einem Thriller erwartet. Mir hat besonders gefallen, wie die Autorin ganz subtil kleine Hinweise streut, die einen immer wieder auf falsche Fährten locken. Da fliegt man nur so durch die Kapitel!
Kleine Abstriche gibt es bei der einen oder anderen Nebenhandlung, die mir etwas weniger fokussiert wirkte und ab und zu die packende Kernstory kurz ausbremste. Außerdem sorgt das offene Ende dafür, dass man sofort wissen will, wie es im nächsten Band weitergeht – wer nicht so gerne auf Fortsetzungen wartet, könnte das als störend empfinden.
Für alle, die Lust auf einen spannungsgeladenen Thriller mit einer tiefgründigen Ermittlerfigur und einer mitreißenden Story haben, ist „Engelstöter“ definitiv eine Empfehlung. Caroline Seibt versteht es, die dunklen Ecken menschlicher Abgründe auszuleuchten, ohne dabei den Leser zu überfordern.
Kurz gesagt: packend, emotional und richtig gut erzählt – ich gebe 4 von 5 Sternen. Wer Theo Weiland noch nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen!