Wenn dir das hier gefiel …
Die Farm der Mädchen
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich die ersten Seiten von Die Farm der Mädchen aufgeschlagen, war ich sofort mittendrin – mitten in dieser beklemmenden Atmosphäre, die Hans Rosenfeldt so gekonnt aufzubauen weiß. Schon diese nächtliche Flucht durch die schwedischen Wälder zieht einen sofort in ihren Bann. Man fühlt förmlich den kalten Atem der Verfolger im Nacken und die Verzweiflung der beiden hochschwangeren Frauen.
Im Zentrum der Geschichte steht Polizistin Hannah Wester, die gerade erst von ihrer persönlichen Tragödie zurück im Dienst ist. Sie wird mit einem besonders düsteren Fall konfrontiert: Ein totes Baby wurde gefunden, doch die Mutter ist spurlos verschwunden. Hannahs Ermittlungen führen sie tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, die weit über das Offensichtliche hinausgehen. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen: Hier trifft Spannung auf emotionale Tiefe, ohne dass das eine das andere erdrückt.
Was mir besonders gefallen hat, ist Hannah als Figur: verletzlich, aber kämpferisch, was ihr Handeln glaubwürdig und sehr nahbar macht. Rosenfeldts Schreibstil ist dabei präzise, unaufgeregt und trotzdem so eindringlich, dass man das Gefühl hat, direkt neben ihr durch die dunklen Wälder zu laufen. Diese Mischung aus nüchterner Ermittlung und emotionaler Zerreißprobe macht den Reiz des Buchs aus.
Klar, manchmal schleicht sich die ein oder andere kleine Vorhersehbarkeit ein, und manchmal hätte ich mir ein paar mehr Hintergrundinfos zu Nebenfiguren gewünscht – aber das sind wirklich Kleinigkeiten, die mich nicht nachhaltig gestört haben.
Fazit: Wer auf spannende Krimis mit einem starken emotionalen Kern steht und kein Problem damit hat, wenn es mal etwas düsterer und intensiver zugeht, sollte Die Farm der Mädchen definitiv eine Chance geben. Hans Rosenfeldt liefert hier einen Thriller, der nicht nur nervenaufreibend, sondern auch menschlich erzählt ist.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – packend, bewegend und mit Tiefgang. Ein echter Page-Turner!
Klappentext
Mitten in der Nacht fliehen zwei Frauen in Panik durch die schwedischen Wälder. Beide sind hochschwanger, die Verfolger ihnen dicht auf den Fersen.
Kurz darauf wird Polizistin Hannah Wester mit einem neuen Fall konfrontiert: Im Unterholz hat man ein totes Baby entdeckt, die Mutter ist verschwunden.
Hannah, die vor einem Jahr ihren Mann verloren hat und gerade erst im Dienst zurück ist, stürzt sich mit aller Energie in die Ermittlungen. Und sie stößt auf einen Fall, der über alles hinausgeht, was sie sich je hätte vorstellen können.