Du musst mich vergessen
Kritik
Es gibt Bücher, die einen sofort packen und nicht mehr loslassen – „Du musst mich vergessen“ von Rosie Walsh gehört definitiv dazu. Schon die Geschichte um Carrie und Johan hat mich mitten ins Herz getroffen: Eine Liebe, so intensiv wie vergänglich, ein Schmerz, der Jahrzehnte nicht verblasst, und eine Frau, die plötzlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart zerrieben wird.
Die Handlung ist spannend und emotional geladen, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Carrie lebt mit ihrer kleinen Familie ein scheinbar perfektes Leben auf dem Land, bis ein alter Bekanntschaft plötzlich wieder aufploppt und sie vor die Frage stellt, ob man wirklich alles hinter sich lassen kann. Rosie Walsh erzählt diese Lovestory mit einer schönen Mischung aus Rückblicken und aktuellen Geschehnissen – man erlebt Carries Zerrissenheit und die Tiefe ihrer Gefühle hautnah mit. Die Charaktere sind wunderbar realistisch gezeichnet, vor allem Carrie wirkt authentisch mit ihren Zweifeln und ihrer Stärke.
Der Schreibstil fließt leicht und macht das Buch zu einem echten Pageturner. Man will unbedingt wissen, was damals geschah und wie sich alles entwickeln wird. Kleinere Kritikpunkte: Manche Wendungen wirken etwas vorhersehbar und an einigen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe für Nebenfiguren gewünscht. Trotzdem halten diese Kleinigkeiten die Geschichte nicht auf.
Kurz gesagt: Wer Lust auf eine herzergreifende, dramatische Liebesgeschichte hat, bei der man mitfiebert und mitfühlt, ist hier genau richtig. Ein Buch zum Eintauchen und nicht mehr loslassen – perfekt für alle, die emotionale Spannung und intensive Charakterzeichnungen schätzen.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Zwölf Jahre ist es her, dass Carrie Johan in einer warmen Sommernacht in Thailand das Ja-Wort gab. Zwölf Jahre ist es her, dass Männer den Strand stürmten und Johan verhafteten. Carrie sieht ihn nie wieder: die große Liebe ihres Lebens, mit der sie nur einen Abend verheiratet war.
Heute lebt Carrie mit ihrem Mann Robin und ihren sechsjährigen Zwillingen in England auf dem Land. Sie hat ihre Karriere als Chirurgin aufgegeben und ist davon überzeugt, dass ihr kleines, behütetes Leben – Mutter und Ehefrau zu sein – genug für sie ist. Doch dann stolpert sie über einen Internetbeitrag, der ihr klar macht, dass Johan auf freiem Fuß ist und in Schweden lebt. Sofort sind sie wieder da, die Erinnerungen an ihre intensive, leidenschaftliche Beziehung. Und die Erinnerungen an den Schmerz. Sie muss herausfinden, was damals geschah, selbst wenn das bedeutet, alles aufs Spiel zu setzen, das ihr lieb ist …
Gekürzte Lesung mit Sinja Dieks
11h 49min