Wenn dir das hier gefiel …
Der König der purpurnen Stadt
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich die ersten Seiten von „Der König der purpurnen Stadt“ aufgeschlagen, war ich sofort mittendrin in Londons pulsierendem Leben des Jahres 1330. Jonah, ein junger Lehrling mit nichts als einem schweren Schicksal im Gepäck, hat mich von Anfang an beeindruckt – sein Kampf um Anerkennung und seine Loyalität gegenüber seiner warmherzigen Großmutter ziehen einen einfach in ihren Bann.
Rebecca Gablé gelingt es brillant, das mittelalterliche London atmosphärisch und lebendig zu zeichnen, ohne in altbackenes Erzähltempo zu verfallen. Die Begegnungen mit König Edward und Königin Philippa bringen einen spannenden Twist ins Spiel, der weit mehr ist als nur ein royale Zufallsbegegnung. Die Tuchhändlergilde, um die sich Jonahs Welt langsam aufbaut, wird zu einem faszinierenden Schauplatz von Macht, Innovation und Intrigen – ganz ehrlich, ich habe mitgefiebert und gehofft, dass er jede Falle überspringt.
Jonah selbst ist nicht der typische Held – er ist verletzlich und doch stur, was ihn sehr greifbar macht. Die Dialoge sitzen, der Schreibstil ist flüssig und modern genug, um keine störende Barriere aufzubauen. Gablé schafft es, komplexe historische Details so einzuweben, dass sie nicht erdrücken, sondern die Story veredeln. Ab und an hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, die letzte Intrigen-Schicht zog sich manchmal etwas – aber hey, das sind Peanuts bei so einem epischen Gesamtpaket.
Wer einen fein recherchierten, warmherzigen und doch spannenden historischen Roman sucht, wird hier mit offenen Armen empfangen. Für Fans von Geschichten, die das Mittelalter nicht verklären, sondern mit allen Facetten zeigen, ist „Der König der purpurnen Stadt“ ein absoluter Volltreffer.
Klare 5 von 5 Sternen – ich hätte am liebsten sofort mehr gelesen!