Retour - Luc Verlains erster Fall (Luc Verlain 1)
Kritik
Manchmal packt einen ein Buch sofort, ganz ohne großes Tamtam – so ging es mir mit „Retour - Luc Verlains erster Fall“. Da sitzt man plötzlich mitten in der französischen Provinz, zwischen Weinbergen und rauen Küsten, und taucht mit Commissaire Luc Verlain in einen ersten Fall ein, der mehr ist als nur ein Krimi. Luc Verlain, der Paris-Liebhaber mit Faible für gutes Essen und Frauen, wird von seinem Leben und seiner Vergangenheit eingeholt, als ihn der Ruf zurück in seine Heimat Aquitaine führt. Sein erster Fall dort trifft mitten ins Herz: Ein junges Mädchen wird tot am Strand gefunden, und die Dorfgemeinschaft brodelt vor Gerüchten und Verdächtigungen.
Die Figuren sind das echte Highlight – allen voran Luc selbst, der mit seiner lässigen Art und einer Prise Charme sofort sympathisch rüberkommt. Aber eben nicht zu glatt, sondern mit Ecken und Kanten, die man einfach mögen muss. Seine Partnerin Anouk bringt dazu frischen Wind und sorgt für die nötige Prise Spannung und Chemie. Der Schreibstil ist locker, flüssig und irgendwie filmreif, sodass man die Landschaft förmlich riechen und die Emotionen spüren kann, ohne dass es übertrieben wird. Hier wird nicht nur ermittelt, hier lebt man mit.
Ein bisschen hakte es für mich bei der Geschwindigkeit mancher Szenen, die teilweise etwas überstürzt wirkten, und manche Nebenstränge hätten gerne noch etwas mehr Tiefe vertragen. Doch das tut dem Gesamtbild kaum Abbruch, denn die Atmosphäre und die Figuren ziehen einen immer wieder zurück ins Buch.
Für alle, die Lust auf einen französischen Krimi mit viel Herz, authentischen Charakteren und einem Hauch von sommerlicher Leichtigkeit haben, ist „Retour - Luc Verlains erster Fall“ eine klare Empfehlung. Ein idealer Einstieg in eine Reihe, die Lust auf mehr macht – ich bin gespannt, was Luc als Nächstes erwartet.
4 von 5 Sternen.