Der Sommer, der uns blieb
Kritik
Manchmal reicht ein einziger Sommer aus, um das gesamte Leben auf den Kopf zu stellen – genau das fängt Greta Herrlicher in Der Sommer, der uns blieb mit einer wunderbar leichten, aber tiefgründigen Hand ein. Die Geschichte um Britta, Pia und Martin steckt voller Emotionen, die einen sofort packen: Von unbeschwerten Kindheitstagen bis hin zu den dunklen Schatten eines langen Schweigens, das ihre Freundschaft zu zerbrechen droht.
Die drei Hauptfiguren sind so unterschiedlich und doch authentisch gezeichnet, dass man sich schnell in ihrem Gefühlswirrwarr verliert. Besonders Britta, deren verletzliche Stärke mich öfter schlucken ließ, bleibt lange nach dem Lesen im Kopf. Herrlichers Schreibstil ist klar, flüssig und ohne unnötigen Schnickschnack, was das Eintauchen in die Kleinstadtidylle und die inneren Konflikte der Figuren sehr lebendig macht. Man merkt, dass hier jemand erzählt, der weder kitschige Romantik noch zu schwere Dramatik braucht, um Gefühle echt zu transportieren.
Was mir besonders gefallen hat? Die Balance zwischen dem Bewahren von Erinnerungen und dem Mut zum Loslassen – das macht dieses Buch zu mehr als nur einer Sommergeschichte. Einzig, ab und zu hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, manche Szenen ziehen sich dann doch ein wenig, aber insgesamt hält das die Stimmung kaum auf.
Ob ihr also Lust auf einen Roman habt, der Herz und Verstand anspricht, ohne dabei allzu schwer zu wirken, ist Der Sommer, der uns blieb definitiv empfehlenswert. Für alle, die Geschichten von Freundschaft, Geheimnissen und Neuanfängen mögen, ist das hier genau das Richtige.
Mein Fazit: Ein warmherziger, ehrlich erzählter Roman, der kleine Narben sichtbar macht und dennoch auf Heilung hofft. Ganz klar 4 von 5 Sternen!