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Gute Geister
Key Facts
Kritik
Von der ersten Seite an zieht „Gute Geister“ einen mitten hinein in das heiße, festgefahrene Mississippi der 1960er Jahre – eine Welt, die brennt vor Ungerechtigkeit und gleichzeitig vor kleinen, kostbaren Momenten der Hoffnung. Skeeter, Aibileen und Minny sind keine Heldinnen im klassischen Sinn; doch gerade deshalb berühren sie so tief. Drei Frauen, die verschiedene Welten repräsentieren, die aber alle nach Freiheit und Veränderung streben.
Die Geschichte handelt von Mut, Freundschaft und dem Bruch mit starren gesellschaftlichen Regeln – verpackt in eine Erzählung, die dem Leser unter die Haut geht, ohne in Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen. Skeeter will raus aus ihrem kleinen Städtchen und als Journalistin etwas bewegen, Aibileen und Minny sind die unsichtbaren „guten Geister“, die Tag für Tag unsichtbare Arbeit leisten und dennoch kaum gesehen werden. Ihr Zusammenspiel gibt dem Buch das Herz, das man spürt, wenn man liest.
Kathryn Stockett schreibt klar, direkt und manchmal ungeschönt, so dass man die Wut, die Sehnsucht und auch die kleinen Freuden der Protagonistinnen hautnah miterlebt. Besonders Minny bringt mit ihrer spitzen Zunge und ihrem Humor immer wieder Leichtigkeit in die oft schweren Themen. Auch wenn das Buch gelegentlich ein bisschen zu dick aufträgt oder manche Figuren etwas stereotyp wirken, hat mich die Mischung aus Wärme, Dramatik und Mut voll erwischt.
Kurz gesagt: Wer sich für Geschichten interessiert, die gesellschaftliche Grenzen hinterfragen und dabei nicht auf Emotionen und gut gezeichnete Figuren verzichten will, ist hier genau richtig. „Gute Geister“ ist kein dünner Schmökerspaß, sondern ein Buch, das nachklingt und nachdenkt. Absolute Leseempfehlung mit einer kleinen Abstrich-Krone für ein winziges bisschen Klischee.
4.5 von 5 Sternen – ein Roman, der bewegt, wachrüttelt und vor allem die Kraft der Frauen gezeigt bekommt, die sich nicht klein kriegen lassen.