Erzwungene Königin
Key Facts
Kritik
Kaum ein Buch erzeugt ein so intensives Auf und Ab der Gefühle wie „Erzwungene Königin“ von Charmaine Pauls. Man fühlt sich sofort mitten im Chaos aus Schmerz, Macht und verbotener Nähe – yeah, das ist nichts für schwache Nerven, aber genau das macht den Reiz aus. Im Zentrum steht Anya, die mit einem Mann verheiratet ist, der ihr mit Gewalt den gemeinsamen Weg aufgezwungen hat. Er ist zugleich ihr Entführer und Retter, ihre größte Schwäche und Kraftquelle. Diese widersprüchliche Beziehung zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung und bringt ziemlich viel Drama und Spannung mit sich.
Charmaine Pauls schafft es mit ihrem direkten, klaren Schreibstil, trotz schwerer Themen eine Story zu erzählen, die man kaum aus der Hand legen kann. Die Figuren sind kein 08/15 – vor allem Anya ist ein starker Charakter, der sich nicht einfach unterkriegen lässt, auch wenn die Umstände brutal sind. Saverio hingegen wirkt stets gefährlich und doch verletzlich, was das Ganze unglaublich vielschichtig macht. Man spürt regelrecht das Hin und Her ihrer Gefühle, ohne dass es kitschig oder übertrieben wirkt.
Klar, wer eine Geschichte ohne große Verschnaufpausen sucht, ist hier genau richtig. Allerdings sollte man mit der düsteren Stimmung und dem ernsten Setting umgehen können. Manche Wendungen wirken vielleicht vorhersehbar oder an manchen Stellen könnte das Tempo ein bisschen ruhiger sein, damit die Emotionen noch tiefer wirken. Trotzdem: Die fast schon greifbare Atmosphäre und das konsequente Erforschen von Liebe und Macht machen „Erzwungene Königin“ zu einem starken Abschluss einer mitreißenden Trilogie.
Fazit: Wer auf intensive Mafia-Romance mit Ecken und Kanten steht, in der es um mehr als nur Liebe geht, darf hier ohne zu zögern zugreifen. Ein Buch, das nachwirkt – mal verletzlich, mal knallhart. Für mich gibt es dafür 4 von 5 Sternen.