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Udo Fröhliche
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Umblättern von „Udo Fröhliche“ spürt man diesen besonderen Vibe – eine Mischung aus Ehrfurcht, Vertrautheit und einer gehörigen Portion Respektlosigkeit, die Benjamin von Stuckrad-Barre seinem ikonischen Sujet zukommen lässt. Achtzig Jahre Udo Lindenberg – wer hätte das gedacht? Und doch: Hier erzählt jemand, der den Panikrocker nicht nur verehrt, sondern ihn durch und durch kennt.
Das Buch ist eine Art alphabetisches Porträt, das mit liebevollen, manchmal ruppigen Kurzgeschichten von A wie Alkohol bis Z wie Zigarre durch das Leben und das Universum Udo führt. So entsteht kein starres, staubtrockenes Biopic, sondern ein lebendiges Mosaik aus Momentaufnahmen, Anekdoten und Reflexionen. Udo erscheint dabei ganz nahbar, vor allem aber gnadenlos echt – kein Glamour, sondern Mensch mit allen Ecken und Kanten. Stuckrad-Barres Handschrift ist unverkennbar: witzig, scharf und schlau, mit einem Gefühl für sprachliche Überraschungen, das das Lesen zu einem Vergnügen macht. Herrlich unprätentiös, fast so, als würde man selbst mit am Tresen sitzen und lauschen.
Klar, das Buch ist keine chronologische Biografie im klassischen Sinn, was manchen vielleicht die Orientierung erschweren könnte. Auch der lockere, fast journalistisch-freche Ton ist nicht jedermanns Sache, bei mir hat er aber genau den Nerv getroffen – hier geht es nicht um Ehrfurcht vor dem Mythos, sondern um das Leben dahinter. Ein bisschen mehr Kontext zu bestimmten Ereignissen hätte ich mir vielleicht gewünscht, aber das schmälert den Spaß kaum.
Wer Lust auf eine respektvolle, aber unkonventionelle Hommage an eine der schillerndsten Figuren der deutschen Musikgeschichte hat, ist hier goldrichtig. „Udo Fröhliche“ bringt nicht nur Udo Lindenberg zum 80., sondern auch ein ganzes Stück Zeitgeschichte und Kultur mit auf den Tisch – und zwar ungefiltert und mit einem breiten Grinsen. Für alle, die Biografien gern mal anders mögen und neugierig auf den Menschen hinter dem Hut sind.
4 von 5 Sternen – weil das Buch mit Witz und Nähe punktet, auch wenn’s an ein paar Stellen etwas sprunghaft bleibt. Aber hey, bei Udo darf’s ruhig ein bisschen rocken!
Klappentext
Biografische Kurzgeschichten über einen Mann, der die Bundesrepublik, ihre Gesellschaft, die Sprache und dadurch die Denkweise, verändert hat – durch seine Musik, vor allem aber durch sein gnadenlos unprätentiöses Menschsein. Aus großer Nähe, kundig, witzig und scharfsinnig erzählt Benjamin von Stuckrad-Barre von einem, der zum Ereignis wurde und zur bundesdeutschen Institution. Es geht natürlich auch um Aufstieg, Absturz, Wiederauferstehung – schließlich ist Lindenbergs Leben eine sagenhafte Heldenreise.
Benjamin von Stuckrad-Barres Buch ist erstmals 2016 als reich bebildertes Magazin bei der Axel Springer Verlagsgruppe erschienen. Das Magazin war damals nach wenigen Wochen vergriffen. Der Autor hat das Buch – mit Genehmigung des Springer Verlags – für die Neuausgabe zu Udo Lindenbergs 80. Geburtstag durchgesehen, überarbeitet und erstmalig auch als Hörbuch eingesprochen.
»Udo mag, wie jeder denkende Mensch, ein Problem haben mit dem Alter. Allerdings muss man auch feststellen: Das Alter hat ein Problem mit Udo. Irgendwie kriegt es ihn nicht zu fassen. Ob der Gutschein für die Reise zum Mond noch gilt? Udo wäre dann jetzt so weit.« (Aus dem Kapitel »Geburtstag«)
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