Tod und Teufel
Kritik
Man taucht direkt in ein mittelalterliches Köln ein, das so lebendig und rau beschrieben ist, dass man meint, den kalten Stein der Häuser unter den Fingern zu spüren. Frank Schätzing nimmt uns mit auf die spannende Reise von Jakob dem Fuchs – ein gerissener Dieb, der unfreiwillig zum Ermittler wird, als der Dombaumeister brutal vom Gerüst gestoßen wird. Schnell wird klar: Hinter dem Mord steckt mehr als nur ein übles Verbrechen, und Jakob befindet sich plötzlich selbst auf der Abschussliste eines eiskalten Killers.
Jakob ist ein richtig interessanter Typ – clever, flink und mit einer herzerfrischenden Portion Straßenklugheit ausgestattet. Man fiebert mit ihm mit, wenn er versucht, inmitten von Intrigen und tödlichen Gefahren nicht unterzugehen. Schätzings Erzählstil ist dabei alles andere als trocken: bildhaft und packend, mit einem feinen Gespür für Details, die dem Setting Leben einhauchen, ohne die Story zu überfrachten. Die Spannung zieht sich wie ein roter Faden bis zum Schluss durch das Hörbuch und lässt einen kaum einmal durchschnaufen.
Was mich besonders überzeugt hat, ist Stefan Kaminski als Sprecher. Seine Stimme verleiht dem Ganzen nicht nur Atmosphäre, sondern auch verschiedene Nuancen in den Charakteren, die beim Lesen allein vielleicht etwas untergehen würden. Ein echter Gewinn für dieses Hör-Erlebnis! Ein kleiner Kritikpunkt: Hier und da hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, manche Passagen ziehen sich etwas – aber hey, das ist meckern auf hohem Niveau.
Alles in allem ist „Tod und Teufel“ genau das Richtige für alle, die Lust auf eine spannende Mischung aus Mittelalter-Krimi, Intrige und einer Prise historischer Atmosphäre haben. Wer sich auf diesen Mix einlässt, bekommt ein echtes Pageturner-Erlebnis – oder besser gesagt, einen Ohrenschmaus mit Biss. Für mich klare 4 von 5 Sternen!
Also: Reinschlüpfen, Ohren spitzen und mit Jakob den dunklen Gassen von Köln nachspüren. Da lohnt sich das Zuhören!
Klappentext
Köln, im Jahre 1260. Jakob der Fuchs, ein charmanter Dieb und Vagabund, wird Zeuge, wie der Dombaumeister vom Gerüst in den Tod gestoßen wird. Doch alle, denen Jakob von dem Mord erzählt, sind kurz darauf ebenfalls tot. Als er begreift, wer die Intrige gesponnen hat, muss er den Verbrecher so rasch wie möglich überführen. Doch der ist ein eiskalter Auftragsmörder, und als nächstes hat er Jakob im Visier …
Stefan Kaminski, der wohl bekannteste Stimmenvirtuose unter den Hörbuchsprechern, ist inzwischen als Interpret der Romane von Frank Schätzing etabliert.
(Laufzeit: ca. 15h 25)