Sylter Neid - Kari Blom ermittelt undercover, Band 11 (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal hat man einfach Lust auf einen Krimi, der sich leicht anfühlt, aber trotzdem ordentlich Spannung liefert – genau das bietet „Sylter Neid“ im elften Band der Reihe um Kari Blom. Der Plot rund um Medikamentenklau und illegale Schönheitsbehandlungen auf Sylt klingt erstmal nach glänzender Oberfläche und schwarzem Sumpf darunter – und genau so ist es auch. Wenn dann auch noch die Besitzerin eines Schönheitsinstituts tot aufgefunden wird, wird die Geschichte richtig packend.
Kari Blom ist wie eine gute Freundin, die mit dir durch dick und dünn geht: clever, mutig und dabei niemals langweilig. Besonders charmant ist, wie sie sich nicht nur auf den Fall konzentriert, sondern auch ihre Häkeldamen in Schutz nimmt, die natürlich mal wieder ihren eigenen Kopf haben. Die Mischung aus Ermittlungen und zwischenmenschlichen Momenten macht den Roman angenehm lebendig und nahbar. Ben Kryst Tomassons Schreibstil ist locker-flockig, aber verliert nie die professionelle Kante – man fliegt förmlich durch die Seiten, ohne sich über sperrige Passagen zu ärgern.
Was mir ein bisschen gefehlt hat, ist an manchen Stellen ein wenig mehr Tiefe in den Charakteren jenseits von Kari und ihrem Team. Auch die Nebenhandlung mit den Häkeldamen wirkt teilweise etwas konstruiert, fast als würde der Autor zwischendurch mal eine kleine Verschnaufpause einbauen wollen. Aber hey, das schmälert den Spaß kaum – wer auf charmante, gut getaktete Unterhaltung steht, wird hier definitiv fündig.
Alles in allem ist „Sylter Neid“ genau das Richtige, wenn du Lust auf einen spannenden, aber nicht zu düsteren Krimi mit sympathischen Figuren hast, der mit ein bisschen Witz und Sylt-Flair aufwartet. Für alle, die Kari Blom schon kennen und mögen, sowieso ein Muss!
Bewertung: 4 von 5 Sternen – solide Spannung, sympathische Protagonisten und eine Atmosphäre, die richtig Lust auf Inselurlaub macht.