Der Fahrer - Thriller ( John Milton 3 )
Kritik
Kaum hat man sich mit John Milton angefreundet, da wirbelt er schon wieder seinen Alltag aus den Angeln – und man will einfach nicht aufhören, dran zu bleiben. In „Der Fahrer“ erlebt man Milton in einer ungewohnt ruhigen Phase seines Lebens, als Taxifahrer in San Francisco, der versucht, unter dem Radar zu bleiben. Doch wie das so ist: Ruhe ist selten von Dauer. Ein entführtes Mädchen, zwei Leichen und Miltons Rolle als Verdächtiger katapultieren ihn mitten in einen Sog aus Gefahr, Flucht und dunklen Geheimnissen.
Milton bleibt dabei der knallharte, clevere Typ, den man erwartet – clever, ja, aber auch menschlich mit Ecken und Kanten. Mark Dawson schreibt flott, mit einem klaren Stil, der eher pragmatisch als blumig ist. Das passt zu Miltons Leben und macht die Seiten zum echten Pageturner. Besonders schön: Die direkte Sprache bringt Tempo rein und hält die Spannung konstant oben. Die Szenerie in San Francisco ist nicht nur Kulisse, sondern gibt dem Ganzen eine authentische, greifbare Würze.
Ich muss sagen, ein paar Momente fühlen sich etwas konstruiert an, so als hätte Dawson mal eben eine Wendung gesucht, die nicht ganz rund lief. Und teilweise verliert sich die Geschichte in allerlei Verfolgungen und Verstrickungen, die den Fokus ein bisschen verwässern. Aber hey, das zieht auf der anderen Seite auch ordentlich Geschwindigkeit rein und wer Action liebt, wird das kaum stören.
Fazit: „Der Fahrer“ liefert genau das, was man von einem spannenden Thriller erwartet – nervenaufreibend, clever und mit einem Protagonisten, der einfach cool bleibt, egal wie brenzlig die Lage wird. Wer auf schnörkellose Spannung mit ein bisschen düsterem Geheimnis steht, ist hier goldrichtig. 4 von 5 Sternen.