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Erschienen:
2026-02-12
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Letzter Landler

Kritik

Schon beim ersten Schwung der Seiten merkt man: Hier trifft tief verwurzelte Volkskultur auf eine Prise Kriminalfall – und das in einem höchst unterhaltsamen Tanz. Herbert Dutzlers „Letzter Landler“ entführt uns ins idyllische Altaussee, wo nicht nur der dreivierteltaktige Landler das Sagen hat, sondern auch Mord und Affären für ordentlich Wirbel sorgen.

Im Mittelpunkt steht Franz Gasperlmaier, ein bodenständiger Polizist, der sich mühsam zwischen Familie, Fremdsprachen-Hürden (danke, kanadische Schwiegereltern!) und einem komplizierten Mordfall bewegt. Sein Alltag ist so herrlich echt gezeichnet, dass man sich fast selbst am Atmen seiner Sorgen beteiligt fühlt. Unterstützt von vertrauten Kolleginnen wie Dr. Kohlross und Emina erhält die Geschichte diese sympathische, lebendige Dynamik, die den Krimi keineswegs fern oder sterile Beine macht. Dutzlers Schreibstil ist locker-flockig, spritzig und mit einer guten Prise Humor gewürzt – genau das, was man braucht, wenn man gemütlich in eine etwas andere Krimiwelt eintauchen möchte.

Was besonders auffällt: die liebevolle Beschreibung des Ausseer Landes und die reizvolle Gegenüberstellung von Traditionen und modernen Lebensrealitäten. Das Staatsopernballett im kleinen Bad Aussee? Klingt erstmal absurd – genau diese ungewöhnlichen Kombinationen machen das Buch zu einem echten Gewinn. Klar, gelegentlich schleichen sich kleinere Längen ein, besonders wenn es um die Ausflüge in die Familiengeschichte geht. Aber wer für Zwischendurch einen charmanten Krimi mit Lokalkolorit sucht, wird hier definitiv fündig.

Am Ende ist „Letzter Landler“ genau das richtige Buch für Leser:innen, die keine blutige Abrechnung, sondern solides Handwerk mit einem Augenzwinkern schätzen. Ein Krimi, der das kulturell Vertraute wunderbar mit Spannung verbindet und den man gern in einem Rutsch durchliest – gerne auch beim nächsten Besuch in Österreich.

Vier von fünf Sternen für einen Krimi, der nicht nur die Tanzfüße, sondern auch die Lachmuskeln kitzelt.

Klappentext

In Altaussee schwingen neben dem Taktstock auch die Hüften. Während die Welt im Dreivierteltakt tanzt, muss Franz Gasperlmaier auf dem kriminalistischen Parkett eine gute Figur machen.    Lederhose meets Hochkultur. But do you speak English? Im Ausseerland muss der Bär nicht alleine steppen. Denn neben dem Wiener Staatsopernballett gastieren auch die kanadischen Eltern von Franz Gasperlmaiers Schwiegertochter Richelle in Bad Aussee. Statt noch schnell seine lückenhaften Fremdsprachenkenntnisse aufzupolieren, muss der bodenständige Polizist Gattin Christine ins Ballett begleiten. Am schönen blauen Altausseer See tanzt am selben Wochenende dann auch noch der Tod Landler: Eine der Musikerinnen spielt bei der Aufführung ihren allerletzten Ton. Nicht nur Gasperlmaier wird da auf Misstöne im Orchesterensemble aufmerksam. Die große Frage: Wer teilt hier neben einer Begeisterung für Musik auch das Bett … und vielleicht sogar illegale Substanzen?   Alles Walzer bei Familie Gasperlmaier Während er von den neumodischen Beziehungskonstellationen, die ihm bei seinen Ermittlungen unterkommen, am liebsten richtig viel Abstand nimmt, ist es bei Franz Gasperlmaier zuhause auch nicht unkompliziert. Das liegt aber nicht an seiner Christine, sondern daran, dass der Besuch aus Kanada einen souveränen Spagat zwischen gesellschaftlichen Pflichten (in einer Fremdsprache!), Familienzeit mit den Enkelkindern und der fordernden Polizeiarbeit verlangt. Und als wäre ein Mordfall nicht strapaziös genug, gibt's da noch einen blutjungen neuen Arbeitskollegen am Posten, der sich die Hörner abstoßen muss. Das einzig Gute an einer Mordermittlung? Die vertrauten Kolleginnen Dr. Kohlross und Emina aus Liezen sind wieder mit an Bord. Ob bei all der Aufregung noch Zeit bleibt für das ein oder andere Gläschen mit seinem Lieblingsnachbarn, dem Doktor Altmann?     Affären, Drogen und Volksmusik? Das Staatsopernballett im Salzkammergut? Dabei gibt's in Bad Aussee gar kein Opernhaus und der Kultur wird traditionell eigentlich im Festzelt gefrönt – Volkskultur im Allgemeinen und Trinkkultur im Speziellen. Herbert Dutzler versteht es, das Ausseerland in allen kontrastreichen Facetten zu portraitieren. Sei es beim Aufeinandertreffen von Neuem auf Traditionellem oder auch, wenn deutlich wird, dass auch im vermeintlichen Paradies mit dem Feuer gespielt wird und Grenzen überschritten werden. Für uns kein Grund zur Sorge, denn mit Franz Gasperlmaier und dessen Familie und Bekannten stellt uns Herbert Dutzler eine ausgesprochen charmante und liebevolle Reisegesellschaft an die Seite. Die uns in jedem Fall immer wieder neues entdecken lässt: wie den Landler (andernorts Ländler), einen Volkstanz im Dreivierteltakt.

FAQ

In Altaussee schwingen neben dem Taktstock auch die Hüften. Während die Welt im Dreivierteltakt tanzt, muss Franz Gasperlmaier auf dem kriminalistischen Parkett eine gute Figur machen.    Lederhose meets Hochkultur.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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