Das Schmetterlingszimmer
Kritik
Es gibt Bücher, die einen sofort in eine warme Umarmung ziehen – "Das Schmetterlingszimmer" ist genau so eines. Lucinda Riley schafft es, mit dieser Geschichte eine Atmosphäre voller Nostalgie, Liebe und ein bisschen Herzschmerz zu weben, die einen nicht so schnell loslässt. Im Mittelpunkt steht Posy Montague, eine starke Frau, die vor der schwierigen Entscheidung steht, das alte Familienanwesen zu verkaufen, das so viel Geschichte und Herzblut in sich trägt. Doch wie das bei Familiengeschichten so oft ist, kommen jede Menge Gefühle und längst verborgene Geheimnisse ans Licht – und plötzlich wird aus einem ruhigen Abschied ein spannendes Kapitel voller Überraschungen.
Die Figuren sind wunderbar lebendig und vielschichtig. Posy als Protagonistin wirkt unglaublich authentisch, ihre Sorgen und Hoffnungen sind greifbar. Ihr Umgang mit den Söhnen, die sich um das Anwesen streiten, gibt der Story eine ordentliche Portion Familienchaos, das man so oder so ähnlich sicher auch kennt. Besonders gefallen hat mir, wie Riley die Natur und den Garten als lebendige Kulisse einfügt – man fühlt sich wirklich mitten in England, atmet den Duft der Blumen und spürt die Schmetterlinge auf der Haut. Der Schreibstil ist locker und flüssig, mit genug Details, um die Fantasie anzuregen, ohne zu beschweren. Simone Kabsts Lesung rundet das Ganze noch mal schön ab – sie trifft genau den Ton.
Klar, ein paar Wendungen waren doch etwas vorhersehbar, und hier und da hätte das Tempo etwas straffer sein dürfen. Aber hey, bei so einer warmherzigen Familiengeschichte kann man da ruhig mal über kleine Schwächen hinwegsehen. Es ist eben kein Thriller, sondern ein Buch zum Eintauchen und Genießen.
Wenn du Lust hast auf ein Buch, das dich mitnimmt auf eine Reise durch Familienliebe, alte Geheimnisse und wunderschöne Landschaften – dann ist "Das Schmetterlingszimmer" genau dein Ding. Es ist perfekt für gemütliche Abende auf der Couch oder einen Sonntagnachmittag mit Tee. Für alle, die lieber auf Dramatik verzichten und sich stattdessen auf eine gefühlvolle Geschichte freuen.
4 von 5 Sternen – ein Wohlfühlbuch mit Tiefgang, das dich nicht enttäuschen wird.
Klappentext
So viel Liebe und Kraft hat Posy Montague in ihren zauberhaften Garten investiert – und jetzt heißt es Abschied nehmen. Sie ist bald 70, lebt noch immer an der englischen Ostküste in dem reizenden Anwesen ihrer Familie. Doch das große "Admiral House" verfällt mehr und mehr. Posy muss sich entscheiden: Verkauft sie das Anwesen, in dem sie schon als Kind mit ihrem Vater Schmetterlinge bestaunt hat?
Allein bei der Idee streiten Posys eigene Söhne unerbittlich. Und als dann noch Freddie auftaucht, Posys Jugendliebe, steht plötzlich alles auf dem Spiel. Denn Freddie lüftet ein schockierendes Geheimnis ...
Gelesen von Simone Kabst.
(Laufzeit: 15h 9)