Tod im Piemont – Trüffel, Nougat und Barolo
Kritik
Manchmal reicht ein kleines Dorf, eine Portion Geheimnis und eine Prise Magie, um einen Krimi so richtig unwiderstehlich zu machen – und genau das liefert Anna Merati mit „Tod im Piemont – Trüffel, Nougat und Barolo“. Sofort fühlt man sich eingeladen, im charmanten Café von Sofia Dalmasso Platz zu nehmen, einem Ort, an dem der Duft von frisch zubereitetem Risotto und süßem Nougat in der Luft liegt und Kaffeesatzlesen zum Abendprogramm gehört.
Die Handlung ist so unkompliziert wie fesselnd: Ein rätselhafter Fremder fordert Sofias Fähigkeiten heraus – und plötzlich taucht das unheilvolle Todessymbol auf. Am nächsten Tag ist er tot, und Sofia steckt mitten in einem alptraumhaften Dorfgeflüster, das sie nicht einfach ignorieren kann. Die Geschichte gleitet dabei zwischen gemütlicher Kulisse und spannender Ermittlungsarbeit hin und her, was dem Buch eine wunderbar entspannte, aber dennoch spannende Atmosphäre verleiht.
Sofias Charakter ist greifbar und sympathisch – keine düstere Ermittlerin, sondern eine herzliche Frau, die mit Leib und Seele ihr kleines Café führt und dabei mit ihrer Gabe zu kämpfen hat. Meratis Schreibstil ist locker-flockig, mit einer Prise Humor und vor allem viel Liebe zum Detail, die das Piemont lebendig werden lässt. Man riecht förmlich den Barolo im Glas und schmeckt die zarten Trüffel im Menü mit. Das macht das Lesen nicht nur unterhaltsam, sondern auch zu einer kleinen Reise für die Sinne.
Ein echter Pluspunkt ist die Mischung aus Alltagsromantik, kulinarischem Flair und einem Krimi, der nicht zu ernst daherkommt – perfekt, wenn man Spannung sucht, ohne sich in düsteren Abgründen zu verlieren. Einzig die eine oder andere Wendung wirkt manchmal ein bisschen vorhersehbar, und ein bisschen mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren hätte dem Ganzen gut getan. Aber hey, dafür ist das Buch ja auch kein dickes Nervensäge-Meisterwerk, sondern ein kurzweiliger, herzerwärmender Genuss.
Für alle, die Lust auf einen gemütlichen Krimi-Urlaub mit leckeren Gaumenfreuden, einer Prise Mystik und einer jungen Frau, die mehr Mut zeigt, als sie von sich glaubt, sind, ist „Tod im Piemont“ genau das Richtige.
4 von 5 Sternen – charmant, appetitlich und spannend genug, um Lust auf die nächste Seite zu machen.