Sonnenküsse
Kritik
Manchmal reicht schon der erste Satz, um das Herz ein bisschen wärmer schlagen zu lassen – und genau das passiert bei „Sonnenküsse“ von Svenja Lassen. Die Geschichte entführt direkt an die Ostsee, mit all ihrer rauen Schönheit und diesem ganz besonderen Duft von Meer und Freiheit, den man sofort spüren kann. Aline steht im Mittelpunkt, eine junge Frau auf Spurensuche: Nach dem Tod ihrer Mutter stößt sie auf geheimnisvolle Liebesbriefe und vermutet, dass der geheimnisvolle „J“ ihr Vater sein könnte. Neugierig und entschlossen macht sie sich auf den Weg nach Flensburg – und landet in einer kleinen Brauerei, die nicht nur mit Bier, sondern auch mit unerwarteten Begegnungen punktet.
Die Figuren haben eine wunderbar authentische Tiefe, ohne dass es überladen wirkt. Aline ist sympathisch, neugierig, aber nicht perfekt – gerade das macht sie so nahbar. Tom, der junge Braumeister, liefert einen charmanten Gegenpart, der für die nötige Würze sorgt, auch wenn er sich mal etwas ruppig gibt. Der Schreibstil von Svenja Lassen fließt richtig schön, locker und erzählerisch, ohne zu viel Gedöns – genau richtig, wenn man nach einem Buch sucht, das sich entspannt wie ein guter Nachmittag am Strand lesen lässt. Die Mischung aus Spannung, kleinen Geheimnissen und der warmen Atmosphäre der Ostsee ist wirklich gut gelungen.
Klar, ein paar kleine Nebenhandlungen wirken ein bisschen vorhersehbar, und manchmal hätten die Figuren mehr Ecken und Kanten vertragen können – aber das ist nicht wirklich störend, sondern eher ein charmantes Körnchen Zucker auf dem ansonsten runden Kuchen. Die Lesung von Frances Neubauer macht das Ganze auch hörenswert, ihre Stimme passt einfach perfekt zur Stimmung und zu den Charakteren.
Wer also Lust auf eine leichte, aber trotzdem emotionsgeladene Geschichte mit maritimem Flair hat, findet in „Sonnenküsse“ einen echten Wohlfühlroman. Ideal für alle, die zwischendurch mal abschalten wollen, ohne auf Tiefe verzichten zu müssen.
4 von 5 Sternen – ein sonniges Lesevergnügen mit kleinen Schönheitsfehlern, das man sich gerne gönnt.
Klappentext
Als Aline im Nachlass ihrer verstorbenen Mutter Liebesbriefe eines gewissen "J" findet, ist sie sich sicher: Das muss ihr Vater sein, den sie nie kennengelernt hat! Sie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und den Mann zu suchen.
Die Adresse führt sie nach Flensburg zu einer kleinen Brauerei, die einem Jens Martens gehört. Den trifft sie zwar dort nicht an, läuft aber seinem jungen Braumeister Tom in die Arme. Der allerdings packt seinen anfänglichen Charme sehr schnell wieder ein, als er Aline beim Schnüffeln erwischt – dabei will sie doch nur herausfinden, ob Jens Martens der geheimnisvolle Briefeschreiber und damit ihr Vater ist ...
Ungekürzte Lesung mit Frances Neubauer
7h 29min