Ein unvermeidlicher Mord
Kritik
Kaum habe ich die erste Seite von „Ein unvermeidlicher Mord“ aufgeschlagen, hat mich die Spannung richtig gepackt – diese Mischung aus politischem Aufruhr und mysteriösem Mord ist einfach ein perfekter Cocktail für alle Krimifans, die gern hinter die Oberfläche schauen. Die Geschichte startet mit einem vermeintlich friedlichen Protest gegen Atomkraft, der jedoch dramatisch aus dem Ruder läuft: Am Ende liegt ein Polizist tot auf den Straßen von Eastvale, und plötzlich wird jeder Verdacht zum Spielball.
Im Zentrum steht Inspector Banks, ein Ermittler, der nicht nur gewohnt ist, in dunklen Abgründen der Gesellschaft zu graben, sondern auch auf Details achtet, die andere gern übersehen. Besonders spannend fand ich die Verstrickung von Dennis Osmond, einem vermeintlichen Friedensaktivisten, und Polizei-Psychologin Jenny Fuller, die beide in unterschiedlichen Lagern stehen – das sorgt für eine packende emotionale Spannung. Robinsons Schreibstil ist dabei angenehm präzise, nie zu ausschweifend, aber trotzdem anschaulich: Man taucht richtig in das rauhe Yorkshire-Setting ein und spürt beinahe den kalten Regen auf der Haut.
Was mir besonders gut gefallen hat? Die Charaktere fühlen sich nicht eindimensional an, sondern sind mit ihren Eigenheiten und Widersprüchen lebendig gezeichnet. Die Mischung aus politischem Statement und persönlicher Rache macht das Ganze frisch und überraschend. Einziger kleiner Wermutstropfen: Man kennt das klassische Muster des „guten Cop, bösen Cop“ und der sich langsam öffnenden Wahrheit schon, hier hätte ich mir ein paar unerwartete Wendungen mehr gewünscht, um den Sog noch stärker zu machen.
Für alle, die gerne einen soliden, clever konstruierten Krimi mit einem Hauch Gesellschaftskritik lesen wollen, lohnt sich dieser Roman auf jeden Fall. „Ein unvermeidlicher Mord“ ist keine leichte Kost, aber absolut fesselnd und keineswegs trocken – einfach ein Buch, das man schwer weglegen kann.
4 von 5 Sternen – weil’s spannend, gut geschrieben und zum Nachdenken anregt, aber eben nicht alle Klischees aus dem Weg räumt. Definitiv eine lohnenswerte Lektüre für #Krimifreunde.