Das Silmarillion
Kritik
Manchmal ist es genau dieses eine Buch, das einem die Welt von Mittelerde auf eine ganz neue Art zeigt – und genau das schafft J. R. R. Tolkien mit „Das Silmarillion“. Hier entführt uns der Autor viel weiter zurück, weit vor die Abenteuer von Frodo und Co., in eine Zeit voller Mythos, Magie und epischer Schlachten, die das Fundament für alles, was später kommt, legen.
Die Handlung spannt einen weiten Bogen über die Erschaffung der Welt, die Machtkämpfe zwischen Göttern und dunklen Mächten, sowie das Schicksal der Elben und Menschen. Klingt erstmal nach einer ordentlichen Dosis Fantasy-Mythologie, und genau das bekommt man auch – aber in einer Tiefe und Wucht, die einen nicht mehr loslässt. Die Figuren, vor allem die legendären Elben und finsteren Widersacher, sind weniger greifbar als Frodo oder Gandalf, dafür aber umso majestätischer und schicksalsschwerer. Es ist ein bisschen so, als würde man eine alte Sage am Lagerfeuer hören – nur dass diese Sage von Tolkien höchstpersönlich stammt.
Der Stil? Ja, es liest sich eher wie ein antikes Epos als eine flotte Fantasy-Geschichte. Manchmal ziemlich dicht und mit einem gewissen Ernst, der nicht jeden sofort abholt. Aber wenn man sich darauf einlässt, fühlt man sich mitten drin im pulsschlagenden Herz einer uralten, wahrhaft großen Erzählung. Achim Höppners Lesung bringt das Ganze außerdem sehr lebendig rüber – da merkt man richtig, wie viel Leidenschaft dahintersteckt!
Klar, „Das Silmarillion“ ist nichts für Leser:innen, die schnelle Action oder lockere Unterhaltung erwarten. Die sprachliche Schwere und der umfangreiche, teilweise komplexe Kosmos verlangen ein bisschen Geduld und Durchhaltevermögen. Aber wer Tolkien wirklich verstehen und die Wurzeln von Mittelerde entdecken will, findet hier ein kleines Schatzkästchen voller Magie.
Kurz gesagt: Wer Lust hat auf eine epische, tiefgründige Reise in die Mythologie von Mittelerde und keine Angst vor komplexer Sprache hat, wird hier großartig belohnt. Für alle anderen könnte es etwas zäh werden.
4 von 5 Sternen – episch, magisch, aber eben nicht die leichte Kost.
Klappentext
Lange vor "Der Herr der Ringe" entwarf J. R. R. Tolkien die Mythenwelt von Mittelerde, die Achim Höppner mit epischer Wucht liest.
(Laufzeit: 15h 26)