Wenn dir das hier gefiel …
Die Dämmerung
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Die Dämmerung“ aufgeschlagen, war ich sofort mitten drin in einem düsteren Berlin, das nicht nur regnet, sondern auch vor Geheimnissen strotzt. Marc Raabe versteht es meisterhaft, diese unheimliche Atmosphäre einzufangen, in der nichts so ist, wie es scheint – und genau das macht das Buch zu einem echten Page-Turner.
Im Mittelpunkt steht der Fund einer fast grotesken Leiche im Königswald, halb Mensch, halb Tier – das lässt schon erahnen, dass wir es hier nicht mit einem üblichen Krimi zu tun haben. Art Mayer und Nele Tschaikowski sind die Ermittler:innen der Stunde, die sich mit voller Wucht in den Fall stürzen. Besonders Leo, die rebellische Tochter des ersten Opfers Charlotte Tempel, macht das Ganze spannend, denn sie trägt ein anderes Bild ihrer Mutter in sich als die Öffentlichkeit. Raabe spielt wunderbar mit unseren Erwartungen: Ist Leo nun Täterin oder Opfer dieser düsteren Machenschaften?
Was mir richtig gefallen hat, ist die Kombination aus psychologischer Tiefe und temporeichem Plot. Die Figuren sind vielschichtig und nicht nur schwarz-weiß gestrickt – besonders Leo ist eine Figur, bei der man ständig zwischen Mitgefühl und Misstrauen hin- und hergerissen ist. Der Schreibstil von Raabe liest sich flüssig, klar und dennoch so atmosphärisch, dass ich oftmals glaubte, direkt neben den Ermittlern zu stehen.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manche Wendungen wirken ein kleines bisschen konstruiert, als wollte der Autor das Rätsel um jeden Preis noch ein bisschen kniffliger machen. Trotzdem verliert man nie die Lust zu lesen, weil der Erzählfluss einfach mitreißt.
Fazit: Wer Lust auf einen nervenaufreibenden Thriller mit starken Charakteren und spannenden Fragen über Moral und Wahrheit hat, ist hier genau richtig. „Die Dämmerung“ packt einen von der ersten bis zur letzten Seite – perfekt für alle, die das Düstere lieben und keine Angst vor einem bisschen Grauen haben. 4,5 von 5 Sternen.
Klappentext
Im Königswald wird eine bizarr arrangierte Leiche gefunden, halb Mensch, halb Tier. Art Mayer und Nele Tschaikowski identifizieren die Tote als Charlotte Tempel – eine gefeierte Wohltäterin, bei allen beliebt und für den wichtigsten Medienpreis des Landes nominiert.
Schnell gerät Tempels einundzwanzigjährige Tochter unter Verdacht: Leo ist rebellisch, unberechenbar und zeichnet ein ganz anderes Bild ihrer Mutter. Doch Art Mayer zweifelt an ihrer Schuld.
Bis eine zweite Frau aus dem Kreis der Nominierten stirbt. Zunächst deutet nichts auf Leo, doch dann taucht ein mysteriöses Tonband mit belastendem Inhalt auf. Wer ist Leo – ein Opfer der Umstände? Oder die jüngste Serientäterin von Berlin, unterwegs zu ihrem dritten Opfer?
Wer den Thriller des Jahres sucht, muss Raabe lesen.
»Marc Raabe hat wieder einen spannenden, nervenzehrenden Krimi geschrieben! Kaum ist die erste Seite gelesen, gerät man in einen unbändigen Strudel, dem man nicht mehr entkommt. Eine schlaflose Nacht ist garantiert.« Andreas Wallentin, WDR