Wenn dir das hier gefiel …
Mitten im August
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur einen unerwarteten Wendepunkt, um das ruhige Leben auf einer sonnendurchfluteten Insel ordentlich aufzumischen – genau das passiert in „Mitten im August“. Luca Ventura entführt uns mitten hinein in das beschauliche Capri, wo Polizist Enrico Rizzi eher mit Kleinkram beschäftigt ist, bis ihn ein dramatischer Mordfall mitten ins Herz der Insel bringt.
Enricos Welt wird auf den Kopf gestellt, als die Leiche von Jack Milani, einem jungen Studenten aus einer mächtigen Industriellenfamilie, an den felsigen Strand gespült wird. Plötzlich mischen sich Krimispannung und Umweltthemen – von der idyllischen Urlaubskulisse bis zu den düsteren Abgründen des Verbrechens und der Bedrohung der Meere. Es ist genau diese Kombination, die die Geschichte so interessant macht und über den typischen Inselkrimi hinaushebt.
Was mir besonders gefällt: Ventura schafft es, die Figuren lebensecht wirken zu lassen. Enrico Rizzi ist kein abgehobener Ermittler, sondern ein sympathischer Typ, der mit seiner ruhigen Art und seinem Familienleben überzeugt. Durch seinen Blick auf Capri bekommt der Leser das Gefühl, selbst in der warmen Sonne zu sitzen und den Meeresduft einzuatmen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, ohne große Schnörkel – genau richtig, um gemütlich einzutauchen und gleichzeitig mitzurätseln.
Klar, manche Wendungen wirken ein bisschen vorhersehbar, und an der einen oder anderen Stelle hätte ein wenig mehr Spannung nicht geschadet. Außerdem passieren Details in der Ermittlungsarbeit etwas zu schnell, was die Glaubwürdigkeit manchmal ein bisschen ausbremst. Aber hey, das hält die Geschichte nicht davon ab, Spaß zu machen!
Wer also Lust auf einen locker-leichten Krimi mit Urlaubsflair, sympathischen Figuren und einem Hauch von Umweltthematik hat, ist hier gut aufgehoben. Ein perfektes Buch für alle, die mit einem leichten Kopf, aber neugierigem Herz lesen wollen.
3,5 Sterne – eine schöne Mischung aus Krimi und Inselromanze, die Lust auf mehr macht, auch wenn der ganz große Knall manchmal fehlt.