Der Zögling
Key Facts
Kritik
Schon nach den ersten Seiten hat mich „Der Zögling“ komplett in seinen Bann gezogen. Dieses Buch ist kein typischer Krimi, der einfach so nebenher läuft – hier spürt man die dichte Atmosphäre der englischen Landschaft und die beklemmende Nähe zum Grauen. Und ja, ich war sofort süchtig nach Detective Washington Poe und seinem unkonventionellen Ermittlerteam.
Inhaltlich geht es um einen Serienmörder, der seine Opfer auf grausame Weise in alten Steinkreisen in Cumbria foltert und verbrennt. Die Ermittlung führt den eigentlich suspendierten Detective Poe zurück an den Tatort – oder besser gesagt mitten hinein in ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Jäger und Gejagtem immer verschwommener werden. Zusammen mit der brillant, aber sozial etwas unbeholfenen Analystin Tilly Bradshaw taucht Poe tief in ein lang gehütetes Geheimnis ein. Was mir besonders gefallen hat: Die Spannung wird nicht nur über brutale Taten erzeugt, sondern durch die clever konstruierten Figuren und den britischen Humor, der immer wieder aufblitzt und den dunklen Stoff wunderbar auflockert.
Washington Poe ist definitiv kein Superheld, sondern ein authentischer Charakter mit Ecken und Kanten – und genau das macht ihn so sympathisch. Auch Tilly Bradshaw ist mehr als nur die nüchterne Datenexpertin, sie bringt eine interessante Dynamik in das Team. Der Schreibstil von M W Craven ist dabei schnörkellos, klar und lebendig, ohne dabei langweilig zu wirken. Die Dialoge sprühen vor britischer Schlagfertigkeit, was das Lesen zu einem echten Vergnügen macht.
Ein kleiner Kritikpunkt? Die Story ist manchmal nicht völlig überraschend – also wer Vieles schon in anderen Thrillern gelesen hat, wird vielleicht an der ein oder anderen Stelle erkennen, wohin sich die Handlung bewegt. Aber ehrlich gesagt habe ich gerade diese Mischung aus bewährten Krimi-Elementen und frischem Charakter-Ensemble sehr geschätzt.
Fazit: Wer Lust auf einen cleveren, spannenden Kriminalroman mit tiefgründigen Figuren und einem Hauch britischem Humor hat, ist bei „Der Zögling“ goldrichtig. Ein smarter Pageturner mit Kultpotenzial, der Lust auf mehr macht.
Bewertung: ★★★★★ (5 von 5 Sternen)
Klappentext
M W Cravens Kriminalroman »Der Zögling« ist der erste Band der preisgekrönten englischen Krimireihe um DS Washington Poe und seine brillanten Kolleginnen und liefert die Vorgeschichte zum »Botaniker«.
Ein Serienmörder foltert seine Opfer in den uralten Steinkreisen der Grafschaft Cumbria und verbrennt sie bei lebendigem Leibe. Der Täter hinterlässt keinerlei Spuren – bis die scheinbar willkürlichen Foltermale des dritten Opfers bei einer genauen Untersuchung den Namen "Washington Poe" ergeben. Könnte Detective Poe das nächste Opfer sein?
Eilig wird der zurzeit suspendierte Detective zurück in den Dienst beordert und zusammen mit der brillanten, aber sozial inkompatiblen Analystin Tilly Bradshaw auf den Fall angesetzt. Als weitere Opfer und Hinweise entdeckt werden, die sich offenbar gezielt an Poe richten, stoßen die beiden Ermittler auf ein lange gehütetes Geheimnis, das den Morden zugrunde liegen könnte. Je näher Poe dem Täter kommt, desto größer wird der furchtbare Verdacht, dass er den Mann kennt, den die Presse "den Brandopferer" getauft hat …
Englische Krimi-Serie mit Kult-Potenzial
Für »Der Zögling« wurde der britische Bestseller-Autor M W Craven mit dem renommierten Gold Dagger Award ausgezeichnet. Die Krimireihe um Detective Washington Poe und sein Team von Power-Frauen ist mittlerweile weltweit erfolgreich.
Auf Deutsch ist von M W Craven auch der Krimi »Der Botaniker« erschienen, der DS Washington Poe gleich mit zwei scheinbar unmöglichen Fällen konfrontiert – kluge Spannung zum Miträtseln für Leser*innen von Elizabeth George, AK Turner oder Nicci French.