Limit
Kritik
Schon beim ersten Kapitel von „Limit“ spürt man, wie Frank Schätzing einen in eine Zukunft wirft, die zugleich faszinierend und beängstigend nah wirkt. 2025 – ein Wettlauf zum Mond, der wie eine Mischung aus Hightech-Thriller und politischem Drama daherkommt. Helium-3, diese fast schon magische Energiequelle, treibt die Spannungen zwischen den USA und China auf die Spitze, während parallel dazu ein Detektiv in Shanghai auf der Suche nach einer geheimnisvollen Dissidentin ist. Klingt komplex? Ist es auch, aber auf die richtige Art spannend.
Owen Jericho, der knallharte Ermittler mit Ecken und Kanten, bringt frischen Wind in die Erzählung. Nicht nur eine standardisierte Heldenfigur, sondern jemand, bei dem man mitfühlt, wenn die Tage immer gefährlicher werden. Yoyo, die andere zentrale Figur, steckt voller Geheimnisse – und gerade das macht sie so interessant. Schätzing versteht es meisterhaft, Charaktere zu schaffen, die trotz des futuristischen Settings sehr menschlich bleiben.
Der Schreibstil? Flüssig und lebendig, mit einem Tempo, das ordentlich anzieht, wenn es sein muss. Schätzing jongliert mit technischen Details und Action gelungen, ohne den Leser zu überfordern oder zu belehren. Trotzdem muss ich sagen: Manchmal stolpert man über die Fülle an Informationen und Szenenwechseln, was den Lesefluss kurz stocken lässt. Ein kleiner Punktabzug, weil es hier und da etwas mehr Konzentration verlangt.
Das absolute Highlight: Die Vorstellung, wie Wirtschaft, Politik und Technologie auf futuristischem Terrain miteinander kollidieren. Dazu eine Portion Nervenkitzel durch die Weltraumtouristen, die inmitten des Chaos auf dem Mond um ihr Überleben kämpfen. Das bringt ordentlich Drive rein und hebt das Ganze ab von vielen anderen Sci-Fi-Thrillern.
Ob ihr nun Fan von politischen Machtspielen seid, auf Weltraumabenteuer steht oder einfach nur ein gut erzähltes Zukunftsdrama sucht – „Limit“ hat definitiv einiges zu bieten. Wer Lust auf eine spannende Mischung aus Realität und Science-Fiction hat, darf hier problemlos zugreifen.
Mein Fazit: Ein clever konstruierter Thriller mit reichlich Action und Tiefgang, der zwar manchmal fordernd ist, dafür aber bestens unterhält.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Heikko Deutschmann verleiht den Zukunftsvisionen von Frank Schätzing eine Brisanz, als könnten die technischen Errungenschaften mit allen Faszinationen und Schrecken schon morgen Wirklichkeit sein.
(Laufzeit: 27h 54)