Sörensen geht aufs Haus - Sörensen ermittelt, Band 6 (ungekürzt)
Kritik
Manchmal kommt ein Buch genau richtig – und „Sörensen geht aufs Haus“ ist so ein Fall. Schon zu Beginn spürt man die Schwere, die auf dem Protagonisten lastet: Ein Ermittler, der nicht nur einen kniffligen Fall lösen muss, sondern dabei auch mit seiner eigenen Vergangenheit kämpft. Das macht diesen sechsten Band der Reihe besonders persönlich und tiefgründig.
Im Mittelpunkt steht Sörensen, der gerade seinen kranken Vater bei sich aufgenommen hat und sich zudem mit einem alten Schulfreund konfrontiert sieht, der so einiges durcheinanderbringt. Als hinter seinem Haus menschliche Überreste gefunden werden, wird aus einem Cold Case ein brisanter neuer Fall. Die Dynamik zwischen Sörensen und seiner Kollegin Jennifer, die selbst vor Veränderungen steht, bringt dabei eine zusätzliche emotionale Ebene ins Spiel. Sven Strickers Schreibstil ist dabei angenehm leicht, humorvoll und trotzdem präzise – genau die Mischung, die einen dabei behält, auch wenn’s mal ernst wird. Besonders mochte ich, wie die Charaktere lebendig und authentisch wirken, nicht bloß Klischees abgearbeitet werden.
Klar, manchmal stolpert die Handlung ein bisschen überlicherweise voran, und manche Nebenstränge hätten etwas mehr Tiefe vertragen können. Aber das ist Verzeihbar bei so einer sympathischen Erzählstimme und einem Plottwist nach dem anderen. Man fühlt sich fast wie bei einem Plausch mit einem alten Kumpel, der dir seine Geschichte erzählt – spannend und direkt.
Wer Lust auf einen Krimi hat, der weit mehr ist als nur ein bisschen Mord und Totschlag, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ein großer Pluspunkt für alle, die gern Charakterentwicklung und echte Gefühle in einem spannenden Setting mögen.
Unterm Strich: Ein persönlicher, unterhaltsamer und durchaus berührender Krimi, der Lust auf mehr macht.
4 von 5 Sternen.