Das Geheimnis von La Bastide Blanche - Ein Provence-Krimi - Verlaque & Bonnet ermitteln, Band 7 (Ungekürzt)
Kritik
Kurz nach dem ersten Satz zieht dich „Das Geheimnis von La Bastide Blanche“ mitten hinein in die geheimnisvolle Atmosphäre der Provence – perfekt für alle, die es gerne spannend und ein bisschen nebelverhangen mögen. Im Mittelpunkt steht der Schriftsteller Valère Barbier, der gerade in sein romantisches, aber unheilvoll schattiertes neues Heim eingezogen ist. Schnell wird klar: Hier ist nichts so, wie es scheint. Zwischen mysteriösen Nächten, einem entführten Stiefsohn und längst begrabenen Familiengeheimnissen jagen Verlaque, Bonnet und Paulik einer düsteren Wahrheit hinterher.
Die Figuren sind ein echtes Highlight – charmant gebaut und mit Ecken und Kanten, die die Ermittlungen lebendig machen. Mary L. Longworth schreibt mit einem soliden, klaren Stil, der nicht zu schwerfällig, aber auch nicht oberflächlich wirkt. Besonders gefallen hat mir, wie sie die Provence-Atmosphäre einfängt: Man riecht geradezu die Kräuter und spürt das warme Licht, das aber von der Geschichte nicht weggeblasen wird. Das Zusammenspiel zwischen Spannung und Lokalkolorit ist gelungen und sorgt für abwechslungsreiche Lesestunden.
Natürlich, bei Band 7 läuft das Rad nicht mehr ganz so überraschend, und an der einen oder anderen Stelle hätte ein kleiner Twist für mehr Pfeffer sorgen können. Aber wer sich schon durch frühere Fälle mit Verlaque & Bonnet gewühlt hat, wird genau wissen, dass hier eher charmante Beharrlichkeit als rasante Action gefragt ist.
Für Fans von atmosphärischen Krimis, die gerne ländliche Idylle mit einem Hauch Grusel und feinem Psychospiel verbinden, ist dieses Hörbuch eine solide Wahl. Wer hingegen eher auf Hochspannung und dramatische Wendungen steht, sucht vielleicht besser woanders.
3,5 von 5 Sternen – ein lauer, aber nie langweiliger Provence-Krimi mit gut gezeichneten Figuren und dem gewissen Extra an Flair. Ein echter Wohlfühlkrimi mit dunklen Schatten.