Sylter Rivalen - Kari Blom ermittelt undercover, Band 9 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hat man sich auf Sylt eingestimmt, zieht einen „Sylter Rivalen - Kari Blom ermittelt undercover“ sofort in den Bann – die Kombination aus norddeutschem Charme und einem Rätsel, das direkt unter die Haut geht, funktioniert einfach perfekt. Diesmal geht es um eine Zirkusfamilie, eine Erlebnisfahrt auf einem restaurierten Schiff und einen Diebstahl, der weitaus dunklere Schatten wirft als erwartet. Wenn plötzlich jemand ermordet wird und der Verdacht auf Jasper fällt, der ausgerechnet Karis Stiefsohn ist, wird es persönlich und kompliziert.
Kari Blom macht wieder eine richtig starke Figur: tough, clever und gleichzeitig emotional nahbar. Man spürt, dass die Ermittlerin nicht nur den Fall lösen will, sondern auch für ihre Familie kämpft. Das macht die Geschichte besonders intensiv. Ben Kryst Tomasson schreibt dabei herrlich unaufgeregt und trotzdem fesselnd; die Dialoge sind locker, die Settings – Sylt in all seiner rauen Schönheit – fast schon zum Greifen nah. Die Mischung aus Krimi und Lokalkolorit klappt hier wirklich gut und wirkt nie aufgesetzt.
Klar, ein paar Wendungen sind vielleicht schon von weitem zu erahnen, und ganz überraschend wird das Rad auch nicht neu erfunden. Aber ehrlich gesagt stört das kaum, denn gerade die Atmosphäre und die sympathischen Figuren ziehen einen immer wieder rein. Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Nebencharaktere hätten gern noch etwas mehr Tiefe bekommen dürfen, aber das schmälert den Lesespaß kaum.
Am Ende bleibt das Gefühl, als hätte man einen spannenden Urlaubstrip auf die Insel gemacht – mit Herzklopfen, familiären Verwicklungen und einem guten Schuss norddeutscher Gelassenheit. Wer Lust auf einen locker-leichten, dabei aber spannenden Krimi mit sympathischer Heldin und Meerblick hat, ist hier genau richtig.
4 von 5 Sternen – ein echter Wohlfühl-Krimi, der Spaß macht und neugierig auf mehr lässt.