Tödlicher Schlaf - Ein Erik Lindberg-Thriller, Band 1 (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal ist es gerade dieser eine Thriller, der dich mitten ins Geschehen zieht und nicht mehr loslässt – „Tödlicher Schlaf“ von Thomas Kowa ist genau so ein Buch. Kommissar Erik Lindberg steckt noch tief in der persönlichen Krise, die sich wie ein Schatten über seine Ermittlungen legt. Der Mord am Chef eines Pharmakonzerns, der ein bahnbrechendes, aber umstrittenes Schlafmittel auf den Markt brachte, ist nur der Auftakt zu einem Katz-und-Maus-Spiel, das einen schnell auf Trab hält.
Die Geschichte überzeugt durch ihre spannende Mischung aus persönlichem Drama und high-tech Krimi. Lindberg ist kein Superheld, sondern ein Mann mit Schwächen, was ihn ziemlich nahbar macht. Man fiebert mit ihm mit, wenn er sich immer tiefer in den Fall verstrickt, zumal die Entscheidung, selbst das Medikament zu nehmen, um den Killer zu erwischen, ein Risko ist, das den Spannungsbogen perfekt hält. Die Figuren sind gut gezeichnet, und der Autor versteht es, das Tempo variabel zu gestalten: Mal rasen die Ereignisse dahin, dann gibt es kleine Verschnaufpausen mit angenehmen Reflexionen.
Kowas Schreibstil ist modern und flüssig, genau richtig für alle, die zwar Spannung lieben, sich aber nicht durch zu komplizierte Passagen kämpfen wollen. Ein kleiner Wermutstropfen: An manchen Stellen hätte ich mir eine etwas tiefgründigere Charakterentwicklung gewünscht, gerade bei den Nebenfiguren hätte mehr drin sein können. Trotzdem verliert das Buch nie an Drive.
Für alle, die Lust auf einen Thriller mit einem Hauch Sci-Fi und einer gehörigen Portion Nervenkitzel haben, ist „Tödlicher Schlaf“ eine klare Empfehlung. Ein bisschen düster, aber mit viel Herz und einem sehr authentischen Ermittler, der nicht perfekt sein muss, um zu begeistern.
4 von 5 Sternen – spannend, clever und genau das richtige Maß an Drama, um neugierig auf die Fortsetzungen zu machen.