Wenn dir das hier gefiel …
Die Hornisse
Key Facts
Kritik
Manchmal zieht dich eine Geschichte sofort in ihren Bann, und genau das passiert bei „Die Hornisse“ von Marc Raabe – spätestens, wenn der Rockstar Brad Galloway vor 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne die Bühne verlässt und eine geheimnisvolle Frau ihm einen Umschlag überreicht. Dass das kein gewöhnliches Konzert bleiben wird, merkst du ziemlich schnell. Ein klassischer Thriller mit einem tödlichen Knall und einer Spur, die bis in die Vergangenheit zurückführt.
Im Mittelpunkt stehen LKA-Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns. Zusammen jagen sie einem Fall hinterher, der so verworren ist, dass du ständig miträtselst und dich fragst, wer hier wirklich die „Hornisse“ ist. Marc Raabe schreibt flott und packend, seine Sprache ist direkt, ohne viel Schnickschnack – genau das richtige Tempo für ein spannendes Leseerlebnis. Die Charaktere sind gut gezeichnet, besonders Tom und Sita bringen durch ihre Dynamik ordentlich Leben in die Geschichte.
Was mir besonders gefallen hat: Die Verbindung von Gegenwart und der Geschichte von vor dreißig Jahren sorgt immer wieder für diesen „Aha“-Moment, und die hintergründigen Motive der Figuren bleiben lange undurchsichtig. Ein paar Wendungen haben mir an manchen Stellen aber etwas zu konstruiert gewirkt, da hätte ich mir mehr Natürlichkeit gewünscht. Außerdem fühlte sich der Plot an manchen Stellen etwas zu vollgepackt an, was den Lesefluss kurz ins Stocken bringen kann.
Das heißt nicht, dass dieser Thriller nicht funktioniert – im Gegenteil, für Fans von emotional geladenen, temporeichen Krimis mit einer Prise Psychologie ist „Die Hornisse“ definitiv einen Blick wert. Wer allerdings schon genug von komplexen Verschwörungen hat und lieber geradlinige Thriller mag, könnte hier an seine Geduldsgrenzen stoßen.
Unterm Strich: „Die Hornisse“ ist ein solide gesponnener Thriller mit sympathischen Ermittlern und genug Twists, um neugierig zu bleiben, aber eben auch kleine Schwächen, die das Gesamtbild etwas eintrüben. Für spannende Abendlektüre bekommt das Buch von mir gute 3,5 von 5 Sternen – es lohnt sich, reinzulesen, wenn du Lust auf Nervenkitzel mit Tiefgang hast.
Klappentext
»I love you all«, ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine Frau ins Scheinwerferlicht und überreicht ihm einen Umschlag. Am nächsten Abend wird der tote Galloway, ausgeblutet und ans Bett gefesselt, im Gästehaus der Polizei gefunden.
LKA-Ermittler Tom Babylon sucht gemeinsam mit der Psychologin Sita Johanns nach der Unbekannten. Die Spur führt dreißig Jahre zurück – zu einer heimtückischen Kindesentführung mit dem Decknamen »Hornisse« – und zu einer Frau, die zwischen zwei Männern stand. Beide waren bereit zu töten. Einer sinnt noch heute auf Rache. Und das kann Tom Babylon alles kosten, was er liebt.
Der neue Thriller von Bestsellerautor Marc Raabe!