Wenn dir das hier gefiel …
Tote lächeln nicht
Key Facts
Kritik
Schon nach den ersten Seiten von „Tote lächeln nicht“ hatte ich diesen speziellen Mix aus Spannung und Lokalkolorit, der mich einfach nicht mehr losließ. Augsburg im Dezember, kalt, grau – und trotzdem pulsiert hier das Leben, oder besser gesagt die dunklen Abgründe davon. Drei grausame Morde bringen die Stadt zum Beben, und mittendrin steht Kommissarin Elsa Dorn, frisch im Revier und mit mehr Kampfgeist als Rückhalt im Team.
Die Geschichte entführt uns in den Sumpf aus Macht, Korruption und kriminellem Milieu, immer begleitet von dieser unheilvollen Symbolik des Erzengels Gabriel. Elsa ist eine Figur, die man sofort ins Herz schließt: Sie ist tough, verletzlich und kämpft sich durch ein von Männern dominiertes Berufsfeld, ohne dabei zur Klischeefigur zu werden. Und dann ist da noch Sven Schäfer, der ruppige Privatdetektiv mit seinen eigenen Dämonen – zusammen sind die beiden ein echtes Dreamteam, das nicht nur Fälle löst, sondern auch für gelungene, bissige Dialoge sorgt.
Was mir besonders gefallen hat, ist Hafermeyers Schreibstil: locker, präzise und immer wieder mit schwarzem Humor gewürzt. Die Kapitel fliegen nur so dahin, und trotzdem verliert man keine wichtige Information. Kein Wort zu viel, aber auch keine Eile, die Atmosphäre leidet. Die Beschreibung des Augsburger Rotlichtmilieus ist authentisch und hat dieses leicht raue, ungeschliffene Flair, das Krimifans so lieben.
Ein kleiner Wermutstropfen? Manchmal hätten die Nebenfiguren noch etwas mehr Tiefe vertragen können, und das Tempo zieht zwar meistens an, aber an einigen Stellen wirkte es ein bisschen gehetzt – gerade, wenn die Geschichte in die finale Phase geht. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, ehrlich.
Wer also Lust hat auf einen clever konstruierten Krimi mit Lokalkolorit, starken Charakteren und einer ordentlichen Portion Spannung, der sollte hier unbedingt zugreifen. „Tote lächeln nicht“ ist ein packender Thriller, der aufzeigt, dass Augsburg mehr zu bieten hat als nur historische Altstadt.
4,5 von 5 Sternen – ein starker Krimi, der nach mehr schreit!