Zwetschgendatschikomplott: Franz Eberhofer 6
Kritik
Kaum hat man sich gemütlich in den Stuhl fallen lassen, entführt Rita Falk einen mit ihrem sechsten Eberhofer-Krimi „Zwetschgendatschikomplott“ direkt in ein Münchner Rotlichtmilieu, das man so nie erwartet hätte – und genau das macht es so spannend. Rudi, der liebevoll-chaotische Komparse im Schatten des Franz Eberhofer, zieht um ins Schlachthofviertel, wo der gemütliche Alpenblick plötzlich von einem ziemlich makabren Fund überschattet wird: ein abgetrennter Finger, mitten auf dem Balkon. Ab da gibt’s kein Entrinnen vor einem turbulenten Fall, der nicht nur Mord, sondern auch überraschende Einblicke und jede Menge bayerischen Charme bietet.
Franz und Rudi sind ein Dream-Team, das wieder einmal zeigt, warum sie so Kult sind. Ritas Schreibstil ist locker-flockig mit ordentlich Lokalkolorit – kein Wunder, dass man beim Lesen das Gefühl hat, man sitzt direkt mit einer Maß in der Hand neben den Figuren. Besonders die Mischung aus skurrilen Situationen, feinsinnigem Humor und authentischen Charakteren macht den Reiz aus. Die leichte, manchmal derbe Sprache ist genau richtig, um die Stimmung von Niederbayern und München einzufangen, ohne dabei altbacken zu wirken.
Dass es diesmal Richtung Rotlichtviertel und Wiesn geht, bringt frischen Wind in die altbewährte Serie. Die Figurenentwicklung, vor allem was Franz’ Liebesleben angeht, sorgt für eine persönliche Note, die ich sehr gerne mitverfolgt habe. Einzig die Handlung schleicht manchmal einen Tick zu gemütlich vor sich hin – mir hätten ein paar mehr plötzliche Wendungen gut getan, aber das mag Geschmackssache sein.
Fazit: Wer bayerischen Krimi mit Herz, Humor und einer Prise Verschrobenheit liebt, macht mit „Zwetschgendatschikomplott“ absolut nichts verkehrt. Es ist ein bisschen wie Heimatbesuch mit Spannung und einer Portion Gaudi – genau das Richtige für gemütliche Lesestunden, die trotzdem ordentlich unterhalten.
4 von 5 Sternen – eine echte Mordsgaudi!
Klappentext
Der sechste Fall für Franz Eberhofer: wie immer a Mordsgaudi!