Seenebel - Ein Föhr-Krimi - Iwersen und Hansen ermitteln, Band 3 (Ungekürzt)
Kritik
Da sitzt man als Hörbuchfreundin gemütlich auf der Couch und wird sofort mitten in die neblige Atmosphäre von Föhr gezogen – „Seenebel“ zieht dich rein, ohne dass du erst groß überlegen musst. Der Mord an Milchbauer Heiko Mommensen erschüttert die kleine Insel, und die Ermittlungen von Kerrin Iwersen und dem Inselpolizisten Hark Hansen fühlen sich ehrlich und bodenständig an, fast wie ein Gespräch unter Nachbarn.
Die Handlung ist spannend, aber nicht übertrieben verschachtelt – zwei Morde und ein mysteriöses Verschwinden halten die Spannung konstant aufrecht, ohne nervige Längen. Besonders gefallen hat mir, wie Rogge die Insel nicht nur als Kulisse nutzt, sondern das Inselleben mit all seinen kleinen Geheimnissen und Beziehungen lebendig macht. Die Figuren sind gut gezeichnet, vor allem Kerrin und Hark, deren Zusammenarbeit angenehm natürlich wirkt. Da fühlt man sich fast wie Teil des Teams. Der Erzählstil ist flüssig und bestens für die ungekürzte Hörbuchversion geeignet – das macht das Zuhören zum entspannten Erlebnis.
Kritik? Einzig, wer super komplexe Thriller mit verschachtelten Handlungssträngen sucht, könnte „Seenebel“ zu gradlinig finden. Auch hätten manche Nebencharaktere noch ein bisschen mehr Tiefe vertragen können – aber hey, mehr Raum für die nächsten Bände, oder?
Kurz gesagt: Wer skandinavisch angehauchte Krimis mag, die mit viel Lokalkolorit und bodenständigen Ermittlern punkten, sollte hier unbedingt reinhören. „Seenebel“ bietet spannende Moments ohne den typischen Übertreibungspudding, einfach guter Krimi zum Wohlfühlen.
4 von 5 Sternen – definitiv ein starker dritter Fall, der Lust auf mehr macht!