Das Geheimnis des Antiquars - Post, Mord und Provinzgeflüster, Folge 6 (Ungekürzt)
Kritik
Schon beim ersten Donnergrollen wird klar: Hier nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf – und das auf gemütlich-chaotische Art! In „Das Geheimnis des Antiquars“ mischen sich Geburtstagsfeier, düstere Geheimnisse und ein überraschender Mord zu einem wahren Provinz-Krimi, der einfach Spaß macht.
Die Handlung zieht dich mitten hinein auf das Flammang-Anwesen, wo sich zum 70. Geburtstag des Hausherrn eine illustre Runde mit allerlei verborgenen Motiven einfindet. Dass aus der Feier ein Kriminalfall wird, sorgt für ordentlich Spannung – zumal der Sturm draußen die Flucht unmöglich macht. So schuldig fühlt man sich selbst fast, wenn man daheim gemütlich zuhört, während sich Sully und Claire durch ein Dickicht aus Lügen und verschwiegenen Familiengeheimnissen tasten. Sully, der sympathische Briefträger und Detektiv wider Willen, und Claire, die toughe Polizistin, sind wieder ein tolles, eingespieltes Duo. Ihre Chemie macht den Hörgenuss absolut lebendig und menschlich – auch die Frage, wie es mit den beiden weitergeht, bleibt spannend.
Jill Kaltenborn erzählt locker und mit einer guten Prise Humor, ohne das nötige Drama zu vernachlässigen. Die Beschreibungen des Dorfes und der Atmosphäre sind charmant, sodass man das Gefühl hat, selbst beim Geburtstagskaffee am Fenster zu sitzen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Zwar ist die Handlung gut durchdacht, doch manchmal hätte ich mir noch etwas mehr Tempo und überraschende Wendungen gewünscht. Einige Plotpunkte kommen recht vorhersehbar, was das Hörgefühl aber nicht wirklich schmälert.
Für alle, die Krimis mit einem Hauch Nostalgie, sympathischen Figuren und einem wohligen Dorf-Flair mögen, ist diese Folge ein echter Volltreffer. Wer gerne tiefgründige Psycho-Thriller will, ist hier vermutlich falsch, aber dafür bekommt man ein wunderbar entspanntes Kopfkino mit Wohlfühlcharakter.
Fazit: Ein unterhaltsamer Provinzkrimi, der mit Herz und Humor punktet. Ich vergebe 4 von 5 Sternen. Rauf aufs Rad und ab ins Flammang-Anwesen!