Glennkill
Kritik
Wenn Tiere plötzlich Kriminalisten werden, steckt man mitten in einem witzig-ungewöhnlichen Abenteuer – genau das passiert in „Glennkill“. Die Idee, dass Schafe einen Mordfall aufklären, klingt erst mal skurril, aber Leonie Swann bringt das Ganze mit so viel Charme und Humor auf die Beine, dass man einfach mitfiebert.
Die Geschichte dreht sich um die Schafe von George Glenn, einem Schäfer, der plötzlich tot aufgefunden wird – umgebracht mit einem Spaten. Klingt düster, wird aber zum tierisch unterhaltsamen Krimi, denn Miss Maple, das clevere Schaf und quasi die Sherlock Holmes der Herde, nimmt die Ermittlungen in die Hand. Dabei bekommen wir erstaunlich viel über die Eigenheiten der Menschenwelt zu hören – unverblümt, frisch und aus einer ganz neuen Perspektive. Die Figuren, vor allem Miss Maple, sind liebevoll gezeichnet und sorgen immer wieder für schmunzelnde Momente. Der Schreibstil ist leicht, spielerisch und mit viel Witz gespickt, was „Glennkill“ zu einem rundum vergnüglichen Leseerlebnis macht.
Klar, bei aller Kreativität kann der ungewöhnliche Erzählansatz manchmal etwas Nerven kosten, vor allem wenn man sich erst an die Perspektive gewöhnen muss. Auch die eine oder andere Passage zieht sich ein wenig – aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn die Spannung und der Charme tragen durchs Buch.
Wer Lust auf einen unkonventionellen Krimi mit tierischem Detektivspirit hat, sollte hier definitiv zugreifen. „Glennkill“ ist keine trockene Ermittlerstasche, sondern ein frischer Wind, der mit viel Herz und Humor durch die Seiten weht.
4 von 5 Sternen – für einen originellen Krimi, der auf ganz eigene Art überzeugt.