Das NEINhorn
Kritik
Wer kennt das nicht – dieses kleine, zähe „Nein“ in all seinen Variationen? Marc-Uwe Klings „Das NEINhorn“ schickt uns ins Herz eines ungewöhnlichen Einhorns, das sich weigert, dem knallbunten Einhorn-Klischee zu entsprechen. Statt Glitzer und Friede-Freude-Einhorn gibt’s hier ein Tier, das einfach mal Nein sagt – und zwar ganz aus tiefstem Herzen.
Die Geschichte spielt im idyllischen Herzwald, wo das kleine NEINhorn mit seiner bockigen Art ganz schön für Wirbel sorgt. Doch statt sich unter den Zuckerwatte-Baum zu kuscheln, zieht es los und trifft auf eine bunte Truppe: einen eigenwilligen Waschbären, einen Hund, der scheinbar alles erst mal schnuppe ist, und eine Prinzessin, die auch nicht gerade der rosarote Zuckerwatte-Typ ist. Zusammen tragen sie das Motto: Widerstand ist Teamwork! Kling schafft es spielerisch, mit ganz wenig Worten eine Welt zu zeichnen, die voller Humor, Witz und einer überraschenden Portion Tiefgang steckt – und zwar so, dass auch die Kleinsten mitfiebern und Erwachsene schmunzeln.
Die Charaktere sind kurz gesagt eine kleine Liebeserklärung an alle, die mal anders sein wollen oder einfach bockig drauf sind – aber eben nicht allein. Kling benutzt eine klare, schnörkellose Sprache, die trotzdem viel Lebendigkeit und Emotion transportiert. Leider hätten mir stellenweise ein paar mehr Überraschungsmomente oder noch etwas mehr Tiefe gut gefallen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Wer auf charmante, kleine Geschichten steht, die sich auch super zum Vorlesen eignen, ist hier genau richtig. „Das NEINhorn“ ist kein kitschiges Feenstaub-Fantasien-Buch, sondern zeigt mit klugem Witz, dass Nein sagen manchmal eben auch ganz schön schön sein kann.
Kurz und knackig: ein großer Spaß für Kinder und Familien, die Lust auf freche, unkonventionelle Helden haben. Ich gebe solide 4 von 5 Sternen – weil das NEINhorn einfach das richtige Buch ist für alle, die manchmal eben nicht nur Ja sagen wollen.