Wenn dir das hier gefiel …
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Durchblättern spürt man, dass „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder mehr als nur eine Geschichte erzählt – es ist ein Gefühl, ein Nachhall von Zeiten, die uns alle irgendwie berühren. Die Handlung spielt auf faszinierende Weise zwischen zwei Welten: dem letzten Kriegsjahr 1945 in Güstrow und dem hektischen Berlin von heute. Dort trifft die 14-jährige Marlen auf Wilma, deren dunkles Geheimnis schwerer wiegt als die Farben auf der unscheinbaren Leinwand, die ihre Leben für immer verbindet. Parallel dazu lebt Hannah in der Gegenwart ihre eigene Geschichte – geprägt von Verlust, unerwarteten Begegnungen und der Suche nach Antworten, die tief in der Vergangenheit liegen.
Was mich besonders gepackt hat, sind die Figuren: Marlen und Hannah wirken so lebendig und authentisch, dass man fast das Gefühl hat, selbst Teil ihres Lebens zu sein. Schröders Schreibstil ist dabei herrlich warm und eindringlich, ohne je zu überladen zu wirken. Die Sprache fließt geschmeidig, mal zart, mal bittersüß, und überrascht immer wieder mit kleinen Details, die hängen bleiben. Man spürt, wie gut durchdacht und liebevoll die Geschichte verwebt ist, ohne dabei kitschig zu werden.
Natürlich, manchmal hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht – gerade in den ruhigeren Passagen schleicht die Erzählung leicht. Aber gerade das trägt auch zur Atmosphäre bei und gibt Raum, die Emotionen in vollen Zügen zu genießen. Wer auf schnelle Action hofft, wird hier vielleicht nicht voll auf seine Kosten kommen, aber alle, die eine feinfühlige Familiengeschichte mit Tiefgang suchen, liegen goldrichtig.
Alles in allem eine bewegende Reise durch Zeiten, Herzen und Erinnerungen, die zum Nachdenken anregt, ohne schwer zu sein. Für Leser:innen, die Geschichten lieben, die unter die Haut gehen und lange nachklingen. Von mir gibt’s starke 4,5 Sterne – ein wirklich lohnenswerter Blick auf die Spuren, die ein Leben hinterlässt.
Klappentext
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?
Emotional, warmherzig, tiefgründig: Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.
»Fans der Autorin bekommen wie gewohnt dichte und feinsinnig erzählte Lebensgeschichten.« Vanessa Reiber, dpa
»Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.« Christine Westermann, Der Stern (über Alena Schröders SPIEGEL-Bestseller ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹)
Von Alena Schröder sind außerdem erschienen:
›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹
›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹