Ostseehölle: Kommissarin Pia Korittki, Band 21
Kritik
Schon auf den ersten Seiten spürt man, wie die kühle Ostseeluft die Stimmung dicht und geheimnisvoll macht – genau das Richtige für alle, die gerne in einen Krimi eintauchen, der so richtig an die Nerven geht. In „Ostseehölle“ bekommt Kommissarin Pia Korittki es diesmal mit einem tödlichen Absturz aus der Lübecker Marienkirche zu tun. Doch schnell wird klar: Das war kein Unfall. Eine Frau aus einem Ostholsteiner Chor liegt tot am Fuß des Turms, und hinter den scheinbar harmlosen Gesichtern verbirgt sich so manches dunkle Geheimnis. Die Chormitglieder sind keineswegs die nette Gemeinschaft, die sie zu sein scheinen – Eifersucht, Neid und verborgene Motive mischen sich unter das Geschehen.
Pia ist hier wieder einmal mit vollem Herzblut bei der Sache und zeigt sich als unbeirrbare Ermittlerin, die sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt. Besonders spannend ist die Dynamik zwischen ihr, ihrem Team und dem unerwarteten Eingriff durch ihren Lebensgefährten Marten Unruh vom LKA. Dieses persönliche Element macht die Geschichte noch greifbarer und bietet einen schönen Kontrast zum Tatgeschehen. Eva Almstädt schreibt gewohnt flüssig, ihre Sätze sitzen, ohne dass man sich durch dicke Wälzer quälen muss. Luftig, aber mit genug Tiefe, um die Charaktere lebendig werden zu lassen – genau mein Geschmack.
Was mir gefallen hat? Die perfekte Mischung aus regionalem Flair, lebendigen Figuren und einer Handlung, die immer wieder neue Wendungen bereithält. Da bleibt kaum Zeit zum Durchschnaufen – das Tempo passt. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass manche Nebencharaktere etwas zu blass bleiben und die vielleicht etwas zu schnelle Übergabe des Falls an Marten für meinen Geschmack ein bisschen abrupt wirkt. Aber hey, bei einem 21. Band einer Reihe kann man nicht immer alles rund machen.
Für alle, die gemütlichen, aber keineswegs langweiligen Ostseekrimi-Genuss suchen, ist „Ostseehölle“ ein Must-Read. Wer auf spannende Ermittlungen mit einem persönlichen Touch steht und Lust hat, dabei in eine authentische, norddeutsche Atmosphäre einzutauchen, wird hier sehr gut bedient.
4 von 5 Sternen – warmherzig, spannend und mit einem Hauch von familiärer Dramatik. Wer schon Fans von Pia Korittki ist, kommt sowieso nicht dran vorbei, und Neulinge können hier ruhig mal reinschnuppern!