Wenn dir das hier gefiel …
Hummeldumm
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht man einfach eine Geschichte, die einen mitten ins Chaos des ganz normalen Wahnsinns katapultiert – und genau das liefert Tommy Jaud mit „Hummeldumm“. Matze sitzt, grob gesagt, in der allerletzten Sitzreihe eines Flugzeugs, das ihn an einen Ort bringen soll, den er lieber nur vom Hörensagen kennt: Namibia. Statt chilligem Strandurlaub oder dem üblichen Mallorca-Trip haben wir hier eine Horde skurriler Mitreisender, ein Abenteuer voller Pannen und den Kampf gegen ein praktisch nicht-existierendes Internet.
Matze lässt uns hautnah an seiner vertrackten Welt teilhaben – seine Höhen und Tiefen, von der missglückten Wohnungssuche bis hin zum schlichten Überleben unter afrikanischer Sonne. Was sofort auffällt: Jaud schreibt so, als wäre er nicht nur ein Beobachter, sondern mittendrin, mit einem Augenzwinkern und viel Humor. Die Hauptfigur ist alles andere als ein klassischer Held – eher ein sympathischer Tollpatsch, der unter der Last seiner eigenen Fehlentscheidungen und der chaotischen Gruppe fast zusammenbricht. Diese authentische Schwäche macht Matze so greifbar und lässt dich richtig mitfühlen, auch wenn du denkst: „Mann, warum tust du dir das überhaupt an?!“
Was mir besonders gefallen hat, ist die leichte und flotte Erzählweise. Das Buch liest sich fast wie ein ausgelassenes Gespräch mit einem Freund, der dir lachend von seinen Urlaubsmärchen berichtet – dabei treffend, ohne zu übertreiben. Natürlich gibt es Momente, die sich etwas ziehen – zum Beispiel die wiederkehrende Verzweiflung wegen der Internetprobleme oder die etwas überstrapazierte Panik um die Wohnung. Das kann mitunter anstrengend sein, bleibt aber dem Gesamtton angemessen und macht nichts kaputt.
Wer also Lust hat auf eine urkomische, manchmal chaotische Geschichte, die eher auf Alltagshumor statt auf große Dramatik setzt, wird hier gut bedient. Für alle, die es eher ernst, tiefgründig oder politisch wünschen, könnte „Hummeldumm“ zu leichtgewichtig sein. Aber wer einfach mal abschalten und herzhaft schmunzeln will, ist bei Tommy Jaud genau richtig.
Fazit: Ein witziger, erfrischend bodenständiger Urlaubschaos-Ritt mit Ecken und Kanten, der mehr Spaß macht, als man von der letzten Sitzreihe erwartet hätte. 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Wer an allem schuld ist, ist für Matze sowieso klar: seine Freundin Sina. Während er in endlosen Verhandlungen die neue Eigentumswohnung klargemacht hat, sollte sie einfach nur »irgendwas« buchen. Hat sie auch. Doch musste dieses »irgendwas« ausgerechnet eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia sein, ein Land, in dem jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet? Was hat er denn verbrochen, dass man ihn nun täglich in einen Kleinbus voller Bekloppter sperrt, um ihn dann zu österreichischen Schlagern über afrikanische Schotterpisten zu rütteln? Und warum stolpert er bei minus zwei Grad in einem albernen Wanderhut über die Dünen der Kalahari, statt auf Mallorca ein Bierchen zu schlürfen? Als Matze dann noch daran erinnert wird, dass die sicher geglaubte Wohnung an andere Käufer geht, wenn er nicht sofort die fünftausend Euro Reservierungsgebühr überweist, hat er gleich noch drei neue Probleme: Das nächste Internetcafé ist fünfhundert Kilometer entfernt, der Handyakku plattgedaddelt und das einzige Ladegerät fest in österreichischer Hand.
»Deutschland liebt das Buch und kauft es wie verrückt. Kein Holländer käme auf diese Idee.« Ursula März, DIE ZEIT