Das Band der Brüder: Die Falkenbach-Saga 8
Kritik
Von der ersten Seite an zieht Ellin Carsta einen mitten hinein in das anspruchsvolle Leben der Familien Falkenbach und Lehmann, die im Jahr 1940 vor schwierigen Entscheidungen stehen – und das mit jeder Menge Herz und historischer Tiefe. Im Mittelpunkt stehen Wilhelmine, die in München mutig den Kontakt zu Widerstandskreisen sucht, Paul-Friedrich mit seinem spannenden Wettkampf ums geliebte Pferd und Gustav, der zwischen seiner Familie und seinem Beruf im Sanatorium hin- und hergerissen ist.
Was mich besonders fasziniert hat, sind die authentisch gezeichneten Figuren, die trotz der düsteren Zeit voller Leben, Zweifeln und kleinen Hoffnungsschimmern stecken. Ellin Carstas Erzählstil ist flüssig und angenehm, ohne zu verkopft oder zu dramatisch zu wirken – perfekt, um sich einfach fallen zu lassen und mitzufiebern. Man spürt die Liebe zum Detail, aber es wird nie zu kompliziert, was mir richtig gut gefallen hat. Und Hand aufs Herz: Diese Mischung aus familiärem Drama, Spannung und einem Hauch Widerstandsgeschichte macht das Buch richtig lebendig.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass man sich als Neueinsteiger in die Saga vielleicht kurz orientieren muss – die zahlreichen Figuren und Verstrickungen verlangen ein bisschen Aufmerksamkeit. Außerdem hätte ich mir an manchen Stellen noch mehr Tempo gewünscht, denn ein paar Passagen ziehen sich etwas. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt macht es einfach Spaß, die Geschichte so nah mitzuerleben.
Kurz gesagt: Wer historische Romane mag, die mit starken Figuren, tiefen Gefühlen und einer Prise Nervenkitzel aufwarten, sollte „Das Band der Brüder“ definitiv eine Chance geben. Für mich ist das ein rundum gelungener 8. Teil einer Saga, die ich nur zu gern weiterempfehle.
4 von 5 Sternen – weil mich die Geschichte berührt hat, aber manchmal ein wenig mehr Schwung nicht geschadet hätte.
Klappentext
Der neue historische Roman von SPIEGEL-Bestsellerautorin Ellin Carsta.
Bernried am Starnberger See, 1940: Wilhelmine von Falkenbach zieht für einige Zeit nach München und findet dort die Möglichkeit, direktere Kontakte zu wichtigen Personen aus der Widerstandsbewegung zu knüpfen. Außerdem wartet das Springreiten des Lebens mit ihrem geliebten Pferd His Highness auf sie: Paul-Friedrich von Falkenbach musste sich auf eine Wette mit einem NSDAP-Funktionär einlassen, der Gewinner wird das Pferd des Gegners behalten. Doch das ist nicht die einzige Aufregung für Paul-Friedrich, Wilhelm Lehmann vertraut ihm ein schreckliches Familiengeheimnis an, das er erst mal verdauen muss.
Gustav von Falkenbach hilft seiner Frau dabei, ein gesundes Baby zur Welt zu bringen. Aber er kann nicht aufhören, an die Kinder im Sanatorium zu denken, in dem er arbeitet, und wird vor eine äußerst schwere Entscheidung gestellt.