Der Ostermann
Kritik
Dieses Hörbuch schafft es ganz wunderbar, die Vorfreude auf Weihnachten und Ostern zugleich zu wecken – und zwar mit einer Geschichte, die sich herrlich frisch und unverkrampft gegen traditionelle Erwartungen stellt. Marc-Uwe Kling entführt uns in die Welt eines Jungen, dessen Herz nicht für Schnee, Rot und Weiß schlägt, sondern für Blumen, Bienen und bunt bemalte Eier. Der kleine Ostermann will nicht in die Fußstapfen seines Vaters, des Weihnachtsmanns, treten, sondern seinen eigenen Weg gehen – ein Konflikt, der sowohl Kinder als auch Erwachsene sofort packt.
Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, und gerade der kleine Ostermann bringt mit seiner ganz eigenen Lebensfreude eine angenehm andere Perspektive ins Spiel. Kling gelingt es dabei, mit seinem markanten Erzählstil – der Mischung aus Witz, Charme und ein wenig hintergründiger Gesellschaftskritik, wie man sie schon aus den Känguru-Chroniken kennt – eine Geschichte zu erzählen, die nie belehrend wirkt, sondern einfach Spaß macht. Besonders schön finde ich die Inszenierung als Hörbuch, die durch die lebendige Lesung und den Live-Mitschnitt noch eine ganz besondere Atmosphäre mitbringt, die man so leicht nicht vergisst.
Kritisch anmerken würde ich, dass manche Momente etwas vorhersehbar sind, und wer die scharfzüngige Satire aus Kling’s anderen Werken gewohnt ist, könnte die hier etwas dezenter vermissen. Dennoch ist das kein großer Deal, denn die Mischung aus Herzlichkeit und Humor funktioniert hervorragend.
Fazit: „Der Ostermann“ ist ein liebevolles, witziges Hörbuch, das Spaß macht und gleichzeitig eine schöne Botschaft über das Anders-Sein und das Mutig-Sein transportiert. Für Familien, die nach einer abwechlungsreichen Weihnachtsgeschichte suchen, ist das definitiv eine Top-Empfehlung.
4 von 5 Sternen – weil es einfach gute Laune macht, auch wenn es nicht jedes Überraschungsmoment in Petto hat.