Verhängnisvoller Champagner: Xavier Kieffer, Band 8
Kritik
Manchmal reicht schon ein einziger Schluck Champagner, um alles auf den Kopf zu stellen – genau so geht es Xavier Kieffer in „Verhängnisvoller Champagner“. Tom Hillenbrand entführt uns diesmal mitten hinein in die glitzernde, aber auch dunkle Welt der Champagnerherstellung, wo hinter der prickelnden Oberfläche so manche bittere Wahrheit lauert.
Die Handlung startet mit einem dramatischen Vorfall in einer Champagnerkellerei, der schnell Fragen aufwirft: Unfall oder Mord? Xavier, der inzwischen nicht nur ein exzellenter Koch, sondern auch ein ziemlich cleverer Ermittler ist, wird zu Zeuge dieses Geschehens. Auf der Jagd nach Antworten reist er quer durch Paris, Reims und Luxemburg – mal notiert man den Namen eines edlen Tropfens, mal stößt man auf Intrigen, die so kompliziert sind wie der perfekte Champagner-Cocktail. Die Story ist spannend, ohne je zu überlaufen zu wirken, und schafft es, den Leser neugierig zu halten, ohne ständig mit Klischees um sich zu werfen.
Xavier ist hier wieder eine sympathische Figur, bodenständig und intelligent, der mit feinem Spürsinn, aber auch einer Portion Charme durchs Buch geleitet. Hillenbrands Schreibstil ist dabei erfrischend leicht und lebendig, die Sprache erscheint nie überladen, sondern mal locker-flockig, mal mit einem ironischen Unterton – das macht das Lesen zu einem echten Vergnügen. Besonders gefallen hat mir, wie authentisch die Kulisse der Champagne und die Details zur Champagner-Industrie eingefangen werden, was dem Roman eine spannende Tiefe verleiht.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal zieht sich das Ermitteln ein wenig, und wer schnelle Action oder knallharte Krimi-Schocks erwartet, könnte hier ein bisschen durchhängen. Aber gerade das gemächliche Tempo hat für mich auch etwas Entspannendes – wie ein guter Wein, der sich Zeit zum Entfalten nimmt.
Fazit: „Verhängnisvoller Champagner“ ist genau das richtige Buch für alle, die Lust auf einen charmanten, gut recherchierten Krimi mit kulinarischem Flair haben. Kein Hochgeschwindigkeits-Thriller, sondern eine genussvolle Mischung aus Spannung, Atmosphäre und sympathischen Charakteren – perfekt für gemütliche Lesestunden.
Bewertung: 4 von 5 Sternen. Wer auf prickelnde Krimis mit Stil steht, sollte hier auf jeden Fall zugreifen.
Klappentext
Seine Lehre hat der Luxemburger Koch Xavier Kieffer einst in der Champagne absolviert. Als er dort einen alten Freund besucht, der inzwischen ein Champagnerhaus leitet, wird er Zeuge eines schrecklichen Unfalls. Oder war es Mord?
Kieffer beginnt zu ermitteln und muss feststellen, dass sich hinter den luxuriösen Fassaden der großen Champagnerhäuser allerlei Geheimnisse verbergen – und dass nicht alles, was perlt und moussiert, auch tatsächlich den Namen Champagner verdient.
Während seiner Recherchen in Paris, Reims und Luxemburg lernt der Koch, dass manchen jedes Mittel Recht ist, um im globalen Milliardengeschäft mit Schaumwein mitzumischen.