Die Mondschwester
Kritik
Manchmal braucht man einfach dieses eine Buch, das einen mitnimmt an ferne Orte und insgeheim das Herz berührt – genau das gelingt Lucinda Riley mit „Die Mondschwester“. Tiggy d’Aplièse, eine junge Zoologin mit einer großen Liebe zu Tieren, zieht in die rauen schottischen Highlands, um sich um Wildkatzen zu kümmern. Dort beginnt nicht nur ein neues Kapitel ihres Lebens, sondern auch die Suche nach ihrer eigenen Geschichte, die sie tief in die glanzvolle Welt des Flamencos und nach Granada führt.
Was mir sofort aufgefallen ist: Riley schafft es, die zwei verschiedenen Welten – die wilde Natur in Schottland und das bunte, leidenschaftliche Spanien – so lebendig zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, direkt neben Tiggy zu stehen. Die Figuren sind dabei wirklich gut gezeichnet, allen voran Tiggy selbst, die mit ihrem liebevollen, etwas bodenständigen Charakter überzeugt. Chilly, der alte Zigeuner, bringt mit seiner geheimnisvollen Art eine schöne Würze ins Spiel. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, ohne in Kitsch abzurutschen – perfekt, wenn man sich ein bisschen in andere Welten abtauchen will, ohne sich durch unverständlichen Schnickschnack zu kämpfen.
Klar, die Geschichte verläuft ein Stück weit nach bewährtem Muster – wer die Schwestern-Saga kennt, weiß, was ungefähr auf einen zukommt. Auch das ein oder andere Klischee zieht vorbei, und manchmal hätte die Erzählung an manchen Stellen noch etwas knackiger sein können. Trotzdem hat mich das Buch gerade deshalb so gut unterhalten, weil es stimmungsvoll und warmherzig ist, mit einem tollen Gespür für Emotionen und Geschichte.
Fazit: „Die Mondschwester“ ist genau das richtige Buch für alle, die gerne in Geschichten voller Geheimnisse, familiärer Verstrickungen und eindrucksvoller Schauplätze eintauchen. Wer Lust auf eine Reise von den Highlands bis nach Andalusien hat, bei der warmherzige Charaktere und spannende Enthüllungen nicht fehlen, ist hier bestens aufgehoben.
4 von 5 Sternen – leicht, emotional und einfach schön erzählte Unterhaltung mit Herz.
Klappentext
Tiggy d’Aplièse hatte schon als Kind eine innige Beziehung zu Tieren. Als die junge Zoologin das Angebot von Charlie Kinnaird erhält, auf seinem Anwesen in den schottischen Highlands Wildkatzen zu betreuen, zögert sie nicht lange. Dort trifft sie auf Chilly, einen weisen, alten Zigeuner aus Andalusien – eine schicksalhafte Begegnung. Denn er hilft Tiggy, das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften. Sie reist nach Granada, wo sie dem glamourösen Lebensweg ihrer Großmutter Lucia folgt, einer berühmten Flamenco-Tänzerin. Und Tiggy versteht endlich, welch großes Geschenk ihr zur Stunde ihrer Geburt zuteil wurde ...
Gelesen von Katja Hirsch, Oliver Siebeck und Britta Steffenhagen.
(Laufzeit: ca. 17 h 56)