Gebt mir etwas Zeit
Kritik
Dieses Buch nimmt dich mit auf eine Reise, die so ehrlich wie witzig ist – genau das, was man von Hape Kerkeling erwartet, aber hier noch eine ganz neue, tiefgründige Ebene bekommt. „Gebt mir etwas Zeit“ ist keine einfache Biografie, sondern eine geschickte Mischung aus schönen Kindheitserinnerungen, schrägen Anekdoten aus dem TV-Business und einer spannenden Spurensuche durch die eigene Familiengeschichte.
Man begleitet Hape durch die buntglänzende Welt der 70er Jahre, lernt nicht nur seinen Humor kennen, sondern auch die leisen, nachdenklichen Momente, die viel über ihn und seine Herkunft verraten. Die Charaktere – allen voran Hapes Großmutter Bertha – sind lebendig gezeichnet, authentisch und man fühlt sich fast selbst als Teil des Gesprächs am Küchentisch. Der Stil ist frisch und locker, absolut zugänglich, kombiniert mit dieser typischen Kerkeling-Note, die nie ins Klamaukige oder Kitschige abdriftet.
Was mir besonders gefallen hat: Wie meisterhaft Hape Fakten, Anekdoten und Emotionen verwebt, ohne dass das Ganze je trockenen Geschichte wirkt. Seine Selbstironie und die feinen Beobachtungen machen das Zuhören zu einem echten Vergnügen. Einzig, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass einige Themen etwas tiefer ausgearbeitet werden – manche Sprünge in der Zeit sind ein bisschen abrupt.
Wenn du Lust hast auf ein Buch, das dich sowohl schmunzeln als auch nachdenklich stimmen kann, und bei dem du trotzdem locker mitfieberst, dann ist „Gebt mir etwas Zeit“ genau dein Ding. Ein Hörbuch, das Herz und Hirn gleichzeitig anspricht.
4 von 5 Sternen – ein echtes Wohlfühlpaket mit Tiefgang und viel Humor.