Wenn dir das hier gefiel …
GIER - Wie weit würdest du gehen?
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „GIER - Wie weit würdest du gehen?“ von Marc Elsberg aufgeschlagen, war ich sofort mitten im Geschehen: Ein Nobelpreisträger, eine bahnbrechende Formel für den Wohlstand aller – und zack, schon krachen Leben und Moralvorstellungen zusammen. Wer lässt sich da nicht mitreißen? Elsberg schafft es, gesellschaftliche Feuer zu entfachen und uns Leser:innen mitten in die Flammen zu werfen.
Die Geschichte nimmt uns mit auf eine wilde Jagd durch Berlin, von Nobelhotels bis in die Hausbesetzer-Szene, und genau dieser Kontrast macht richtig Laune. Jan Wutte, unser Protagonist, ist ein sympathischer Typ, der eben nicht einfach nur Detektiv spielt, sondern auch innerlich ziemlich zerrissen ist. Das macht ihn nahbar, auch wenn die wirtschaftlichen und politischen Spiele im Hintergrund komplex bleiben – der Autor verpackt die Theorie in einer smarten Fabel und macht so den Stoff verständlich, ohne den Spannungsbogen zu verlieren.
Der Schreibstil ist flüssig und lebendig, kein trockenes Wirtschaftskraftgeschwafel, sondern Spannung pur mit genug Tiefgang zum Nachdenken. Zwischendrin musste ich mir tatsächlich manchmal kurz die Stirn reiben, so klug und verstrickt ist das Gesamtbild. Einmal mehr stellt sich die Frage: Wie weit gehst du, wenn es um Macht und Geld geht? Typisch Elsberg eben – Visionär und Mahner zugleich.
Kritik? Nun, an manchen Stellen hätte die Geschichte ruhig noch etwas mehr Tempo vertragen können. Die vielen Gedanken zur Wirtschaft und Gesellschaft sind spannend, bremsen aber gelegentlich den Lesefluss. Ein bisschen weniger Erklärungs-Pädagogik hätte dem Thrill gutgetan, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Alles in allem ein intelligenter Thriller, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Grübeln anregt – gerade für alle, die Lust haben auf Spannung gepaart mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik. Für mich klare 4 Sterne: packend, clever und auf den Punkt. Wer sich gern mal selbst fragt, wie viel Gier in ihm steckt, sollte dieses Buch definitiv lesen.
Klappentext
Ein rasanter Thriller, der den Finger auf den wunden Punkt unserer Gesellschaft legt, vom "Meister der düsteren Vision." ZDF
"Stoppt die Gier!", rufen sie und "Mehr Gerechtigkeit!". Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden.
Der renommierte Nobelpreisträger Herbert Thompson soll eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent – aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen …
"Eine rasante Flucht durch die Berliner Hausbesetzer-Szene und Nobelhotels hält den Leser über 448 Seiten in Atem. Die komplexe Wirtschaftstheorie der britischen Wissenschaftler hat Elsberg dafür in eine simple Bauernfabel verpackt." Deutschlandfunk Kultur
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