Der Tod hält keinen Winterschlaf - Sofia und die Hirschgrund-Morde, Teil 21 (Ungekürzt)
Kritik
Schon beim ersten Kapitel spürt man die eisige Winterluft und die brodelnde Spannung am idyllischen Hirschgrundsee – nur läuft hier längst nicht alles nach Plan. Susanne Hanika bringt mit „Der Tod hält keinen Winterschlaf“ die perfekte Mischung aus Krimi, Lokalkolorit und einer Prise Soap-Drama auf den Punkt. Es geht um den Dreh einer beliebten Serie auf dem Campingplatz, der aber alles andere als harmonisch verläuft: Fans stürmen herbei, Eifersüchteleien kochen hoch, und was als Drehbuch-Mord geplant war, wird plötzlich bittere Realität. Da hilft nur eins: Sofia und ihre unverwüstlichen Hirschgrundis nehmen die Ermittlungen auf.
Sofia selbst ist herrlich bodenständig, keine super glänzende Heldin, sondern eine Frau mit Herz, Schmerz und einer gehörigen Portion bayerischem Scharfsinn. Ihre Chemie mit dem feschen Kommissar und die kleinen kulturellen Reibereien zwischen dem bayerischen Dialekt und norddeutschem Temperament bringen neben dunklen Momenten auch viel Witz und Charme ins Buch. Hanikas Schreibstil ist locker und flüssig, mit genau der richtigen Dosis Humor – man fühlt sich fast wie ein Teil der Gemeinschaft, die mal lieb, mal lasch und manchmal nur erstaunt zuschaut, wie die Ereignisse eskalieren.
Was mir besonders gut gefallen hat? Die Kombination aus gemütlicher Landhaus-Atmosphäre und mörderischer Spannung funktioniert hier einfach klasse. Die Figuren sind lebendig, kein Klischee bleibt unbeachtet, und trotzdem ist das Ganze nie vorhersehbar oder seicht – im Gegenteil, die psychologischen Feinheiten machen Lust auf mehr. Ein kleines Aber: Für Neueinsteiger könnte die Anzahl der schon bekannten Charaktere und die bereits lange Reihe ein bisschen überwältigend wirken. Wer aber Fans von regionalen Krimis mit Witz und Herz ist, der fühlt sich hier sofort zuhause.
Kurz & knapp: Wer Lust auf eine winterliche Krimiunterhaltung mit ganz viel Lokalkolorit und genug Nervenkitzel hat, ist mit diesem Band goldrichtig. Die Mischung aus Humor, Spannung und sympathischen Figuren lädt dazu ein, den Hirschgrundsee nicht nur zu besuchen, sondern gleich zu durchforsten.
4 von 5 Sternen – eine warmherzige Empfehlung für alle, die es gemütlich, spannend und bayerisch mögen.