Eisiges Glas - Leonore Askers besondere Fälle - Leo Asker, Band 2 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Schon beim Eintauchen in „Eisiges Glas“ spürt man sofort diese kalte, dichte Atmosphäre, die den skandinavischen Noir so unverwechselbar macht – genau das Richtige für alle, die es spannend und ein bisschen düster lieben. Leonore Asker hat ihren ersten Fall als Leiterin einer ziemlich ungewöhnlichen Abteilung hinter sich, doch das Leben schläft nicht – ihr eigener Vater gerät in Verdacht, und plötzlich hängt alles von ihr ab. Gleichzeitig stolpert ihr alter Freund Martin Hill über Geheimnisse, die so rätselhaft sind wie die dunklen Wälder draußen.
Was diesen Thriller besonders macht, sind nicht nur die verzwickten Fälle, sondern vor allem die Charaktere: Leonore ist tough, klug und doch voller Ecken und Kanten. Man kann nicht anders, als mitzufiebern und sich hin und wieder insgeheim auch ein bisschen in sie zu verlieben. Der Schreibstil von Anders de la Motte ist so lebendig und locker, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt, ohne dass die Spannung jemals abflaut. Zwischendurch sorgt die nerdige Note für angenehme Abwechslung und gibt der sonst so düsteren Story eine ganz besondere Würze.
Klar, manchmal hätte ich mir noch etwas mehr Tempo gewünscht, gerade wenn es bei den Nebenhandlungen etwas ruhiger wurde. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn die dichte Atmosphäre und die detailreichen Einsichten in die Psyche der Figuren machen das mehr als wett.
Wer Lust auf einen fesselnden, skandinavischen Thriller mit einem Schuss Ungewöhnlichkeit hat, der sollte „Eisiges Glas“ unbedingt eine Chance geben. Perfekt für alle, die gerne abtauchen und dabei nicht nur einen Fall, sondern auch komplexe Menschen entdecken wollen.
4 von 5 Sternen – richtig gut, fast schon süchtig machend!