Wenn dir das hier gefiel …
Leyhörn - Mord bei Ebbe: Ostfrieslandkrimi
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die erste Seite von „Leyhörn – Mord bei Ebbe“ aufgeschlagen, spürt man sofort den rauen Ostfrieslandwind und schmeckt fast den frischen Tee, den Privatdetektiv Björn Kilian so liebt. Alfred Bekker schafft es, mit einer Mischung aus norddeutschem Charme und einer Prise trockenem Humor direkt eine Verbindung zum Leser herzustellen.
Im Zentrum steht der rätselhafte Fall um den verschwundenen Naturschützer Hajo Oltmanns, dessen Tochter Fenna mit allen Mitteln versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Kilian, unterstützt von der schlagfertigen Eltje und dem bodenständigen Kommissar Remmers, gräbt sich durchs Dickicht aus Korruption, Geheimcodes und dunklen Plänen für den Hafen. Die Handlung zieht sich durch die Windstille nach der Ebbe und das unheimliche Watt – es ist fast wie eine Reise ins Unbekannte, bei der man nie so genau weiß, wem man trauen kann.
Was mir besonders gefallen hat, ist die authentische Atmosphäre. Kein Kitsch, sondern echte Nordseele – rau, direkt, manchmal ungemütlich, aber immer mit Herz. Der Schreibstil ist flott und unkompliziert, macht Lust auf mehr und hält die Spannung bis zur letzten Seite. Die Charaktere sind keine glattgebügelten Helden, sondern echte Typen mit Ecken und Kanten. Björn Kilian als Tee-liebender Ermittler? Ein sympathischer Kontrast zum üblichen Krimi-Profil.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Passagen ziehen sich für meinen Geschmack etwas in die Länge, besonders wenn es um Details der Hafenprojekte geht. Aber hey, wer noch nie bei einem guten Krimi bei einer Stelle kurz nachdenken wollte, hat vermutlich etwas verpasst.
Fazit: Wer auf regionale Krimis mit viel Atmosphäre, einem Hauch trockenen Humors und cleveren Ermittlern steht – hier seid ihr goldrichtig. „Leyhörn – Mord bei Ebbe“ ist eine Empfehlung für gemütliche Lesestunden mit ein bisschen nordischem Wind im Nacken.
4 von 5 Sternen