Die Tote mit der roten Strähne - Betty-Rhyzyk-Serie - Thriller, Band 1
Kritik
Kaum hatte ich „Die Tote mit der roten Strähne“ aufgeschlagen, war ich mitten in einem Texas, das mit seinen rauen Ecken und unerbittlichen Kämpfen sofort unter die Haut ging. Detective Betty Rhyzyk ist eine Figur, die man so schnell nicht vergisst: eine toughe, rothaarige Ermittlerin mit polnischen Wurzeln, die mit ihrer Identität ebenso klar umgeht wie mit ihrem Job – der alles andere als easy ist.
Der Plot wirbelt einen durch die Schattenseiten von Dallas, wo Drogengeschäfte an allen Ecken lauern, religiös-fanatische Sekten ihr Unwesen treiben und Stalker ebenso grauenvolle Erscheinungen sind wie skrupellose Society-Ladys, die ihre eigenen skrupellosen Wege gehen. Die erste Razzia von Betty läuft voll daneben und setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, bei denen Spannung schnell zur unerbittlichen Beklemmung wird. Die Story hat genug Twists, um auch die ambitioniertesten Thrillerfans bei Laune zu halten, ohne dabei überladen zu wirken.
Was mir besonders gefallen hat, ist Kent’s Fähigkeit, die raue Atmosphäre und die inneren Konflikte ihrer Protagonistin so echt rüberzubringen, dass man förmlich spürt, wie Betty zwischen Härte und Verletzlichkeit balanciert. Der Schreibstil ist schnörkellos, direkt und ohne Umschweife – genau das Richtige, wenn man mal keinen Lust auf verschachtelte Satzmonster hat, sondern sich lieber in die glühende Hitze von Texas stürzen möchte.
Klar, ein paar Klischees schimmern hier und da durch, und gelegentlich hätte ich mir bei den Nebendarstellern etwas mehr Tiefgang gewünscht. Aber hey, das schmälert das Lesevergnügen nicht wirklich, denn im Kern geht es ja um Bettys unnachgiebigen Kampf gegen ein mörderisches Netz von Feinden, das einen nicht mehr loslässt.
Wenn du Lust auf einen starken Female-Protagonisten hast, der durch alle Feuer geht, und dich keine rasant zuspitzende Thrillerhandlung abschreckt – dann ist dieses Buch genau dein Ding. Für alle, die es lieber etwas ruhiger mögen oder tiefschürfende Charakterstudien erwarten, könnte es hier ein bisschen zu viel Action und Härte geben.
Fazit: Ein rasanter Thriller mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin, der ordentlich Nervenkitzel liefert und Texas von seiner finstersten Seite zeigt. Packend, authentisch und mit einer Prise roter Rebellion.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.