Himmelhorn (Ein Kluftinger-Krimi 9)
Kritik
Manchmal gibt es Bücher, bei denen man sofort spürt: Hier wird’s spannend – und genau so ist es bei „Himmelhorn“. Volker Klüpfel und Michael Kobr schicken Kluftinger diesmal an einen der gefährlichsten Berge der Allgäuer Alpen, wo ein vermeintlicher Unfall schnell die Fährte zu etwas ganz anderem legt. Drei Tote, mysteriöse historische Kostüme und eine alte Fehde zwischen Familien, die im abgeschiedenen Tal brodelt – allein die Idee hat mich sofort gepackt.
Kluftinger selbst ist natürlich wieder der chaotische, eigenwillige Kommissar, den man lieben oder lieben lernen muss. Sein trockener Humor und seine leicht tapsige Art bringen eine angenehme Leichtigkeit in die spannende Krimihandlung. Die Autor:innen verstehen es glänzend, alpine Atmosphäre mit einem scharfen Blick für Details zu verbinden, ohne dass die Geschichte überladen wirkt. Besonders das Spiel zwischen Tradition und Moderne, verkörpert durch die historische Ausrüstung und die aktuelle Ermittlung, hat mir richtig gut gefallen.
Der Schreibstil ist locker, fließend und dabei sehr bildhaft, sodass man fast selbst die frische Bergluft schnuppert und die Spannung in den Tälern miterlebt. Die ungekürzte Autorenlesung mit Christian Berkel als Sprecher rundet das Paket hervorragend ab – das hört sich so an, als würde man direkt neben Kluftinger stehen.
Kritisch muss ich gestehen, dass sich manche Passagen gegen Ende ein bisschen ziehen, was der Handlung etwas Tempo nimmt. Auch sind die nordischen Wetterbeschreibungen zuweilen etwas detailliert für mein Empfinden – hier hätte weniger mehr sein können.
Am Ende bleibt ein rundum gelungener Krimi, der perfekte Unterhaltung mit feinen Charakterzeichnungen verbindet – genau richtig für alle, die Lust auf spannende Alpenaction mit einem Augenzwinkern haben.
4 von 5 Sternen – definitiv ein Must-read für Kluftinger-Fans und alle, die Krimis mit einer besonderen Bergkulisse lieben.