Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen
Kritik
Manchmal wünschte ich mir wirklich, meine Eltern hätten dieses Buch gelesen – und genau deshalb ist Philippa Perrys „Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen“ so ein Schatz für alle, die mit Kindern zu tun haben – ob als Eltern, Erzieher oder einfach Menschen, die verstehen wollen, wie Familien wirklich ticken.
Perry nimmt uns mit auf eine Reise durch die eigene Vergangenheit und zeigt, wie sehr unser Erleben als Kind noch heute unser Verhalten gegenüber unseren Kindern prägt. Es geht nicht einfach ums Erziehen im klassischen Sinne, sondern um das Erkennen und Heilen von alten Wunden, die sonst von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dabei bleibt das Buch ganz nah an den realen Herausforderungen des Familienalltags, ohne zu moralisieren oder zu vereinfachen.
Die Sprache ist angenehm locker, dabei aber immer sachkundig und einfühlsam – das macht das Lesen leicht und gleichzeitig tiefgründig. Besonders gefallen hat mir, wie Perry es schafft, auch schwierige Themen spielerisch und mit viel Herz zu erklären, ohne dabei den Blick fürs Wesentliche zu verlieren. Das zusätzliche Kapitel über Geschwister bringt noch mal frischen Wind rein und ergänzt das Ganze sinnvoll.
Klar, an manchen Stellen hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr praktischen Input gewünscht – das Buch ist mehr ein Begleiter zum Nachdenken als ein klassischer Ratgeber mit To-Do-Listen. Aber wer eher ehrliche, persönliche und wissenschaftlich fundierte Einsichten sucht statt einfacher Rezepte, der ist hier goldrichtig.
Kurz gesagt: Wer bereit ist, sich selbst ehrlich zu hinterfragen und dabei mit viel Wärme und Verständnis auf seine Familie zu schauen, wird dieses Buch lieben. Für alle anderen ist es vielleicht auch eine spannende Einladung, mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen.
4 von 5 Sternen – nahbar, klug und genau das, was viele Eltern wirklich brauchen.